Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 71 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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tionsverfahren, das den Verschleiß des Tabaks bedeutend zu erhöhen versprach. Der älteste der Söhne wurde nach Wien gesendet, um der Kaiserin Maria Theresia den wohldurchdachten Plan vorzulegen und zu erklären. Das Zeremoniell der dem jungen Israel Hönig gewährten Audienz ist zu charakteristisch, um nicht geschildert zu werden. Die Kaiserin stand hinter einer Blende und hörte so, ungesehen, den Vortrag an. Mit einem Juden von Angesicht zu Angesicht zu sprechen, schien ihr unstatthaft. Als er geendet hatte, sprach die Kaiserin nur das Wort „Gut!" reichte aber zum Zeichen der Befriedigung ihre Hand aus der Blende hervor, die Israel Hönig küssen durfte. Nun begann eine jahrelange, ununterbrochene Arbeit, die so glücklich sich bewährte, daß dem Staate eine enorme Einnahme erwuchs, die sich noch dazu fort und fort steigerte. Für solche namhafte Verdienste wurden die Brüder in den erblichen Adelstand des österreichischen Kaiserstaates erhoben. Sie wählten, um sich von einander zu unterscheiden, jeder ein anderes, auf ihren Familiennamen Hönig anspielendes Prädikat: von Hönigsberg, von Hönigshof, von Henikstein, von Bienenfeld. Ihr Wappen zeigt rechtsseitig im Schilde einen Bienenkorb, den 7 Bienen — die Zahl der Kinder Löbel Honigs bezeichnend — umschwärmen; linksseitig einen Krug, aus dem eine Tabakspflanze emporwächst. Eine gleiche hält über dem Schilde ein Löwre empor. Nur die Nachkommen Israel Hönig von Hönigsberg blieben dem Glauben ihrer Väter treu, während die Enkel seiner Brüder zum Christentum übertraten. Er selbst, als der Begabteste, wurde zum Vorsitzenden Direktor des k. k. Siegel- und Tabakgefälles mit dem Titel eines Regierungsrates ernannt. Er kaufte später die Herrschaft Velm in Niederösterreich, wo der nachmals berühmte Dichter Leopold Mathias Schleifer als Beamter fungierte. Dieser Ankauf ging aber nicht so glatt ab. Die niederösterreichischen Stände weigerten sich, einen Juden als landtäflichen Besitzer einzutragen, der noch dazu das Recht haben sollte, als Patron der Kirche die Pfarrer zu ernennen. Der diesfalls geführte Prozeß wurde lange geführt, bis der Kaiser, an den sich Israel von Hönigsberg wandte, den Befehl zur Eintragung erteilte. Löbel Honigs Tochter Marjem, zu deutsch Marianne, war 71