Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 56 (sequence 58)
- Language
- German
- Belongs to
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waren der Ansiedlung jüdischer Händler sehr förderlich. Viehzucht, Ackerbau, Weinbau und Handwerk lieferten Handelsartikel, welche die dort sich niederlassenden Juden gut bezahlten und in den nahen größeren Städten noch besser verwerteten. Um die Mitte dieses Jahrhundertes war Stupava (Stampfen), nachdem es sich von den Schäden des dreißigjährigen Krieges und der dort zwischen 1640—1642 wütenden Pest erholt hatte, schon ein Marktflecken und ein kleines Handelsemporium, das sicherlich auch des jüdichen Elementes nicht entbehrte. — Wann sich aber doch dort die ersten Juden niederließen, läßt sich vorderhand aus dem bis nun bekannten, sehr spärlichen, geschichtlichen Material nicht näher feststellen. Doch gibt uns ein vom nagenden Zahn der Zeit einigermaßen noch verschont gebliebener und vom Schreiber dieser Geschichte mühevoll enträtselter Grabstein unseres angeblich schon ein- oder zweimal aufgeschütteten Friedhofes die untrügliche Kunde davon, daß die Stupavaer Juden schon in der ersten Hälfte des 17. Jahrhundertes ihren eigenen, wahrscheinlich durch die erwähnte Pest notwendig gewordenen Gttesacker besaßen. Das Epitaphium dieses Grabsteines lautet: nrne! rrrnfcn orrn** b» iSnanVup'ß6)b"*n jo^'n S om 'bttzn rn i nr ain rby I ntr« nnm I ätmö upn b":~ nrn mn« l omna üvz I yz%) b"\ bwi» I n"n omaa rn» In deutscher Übersetzung: „Am Mittwoch den 5. Nissan, des Jahres 403, nach der kleinen Zeitrechnung, (= 25. März 1643) erging der Ruf Gttes an Abraham in einer Vision. Eine göttliche Vision sah der Weise, der mehr als ein Prophet war, ein Seher, von dem man sagte, daß er es war, das ist der ausgezeichnete und berühmte Gelehrte Abraham Sohn des Anselm sei. Andenkens. Und Abraham zog ein in das Land am obigen Tage." — Ob sich in dem aufgeführten Schutt nicht noch andere, aus derselben Zeit stammende Grabsteine befinden, bleibt vorerst eine offene Frage. Immerhin kann jedoch behauptet werden, daß im Jahr 1643, wenigstens schon ein Ansatz zu einem jüdischen Gemeindewesen vorhanden gewesen sein muß, da allüberall mit dem Anlegen eines D^HPf TPI* jüdischen Gräbere) Im „Korosz Botenu" soll es auch statt irrtümlich *"]"), so wie hier,, richtig y T\ heißen. — 56