Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 54 (sequence 56)
- Language
- German
- Belongs to
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die Geschichte der einzelnen Familien von besonderer Wichtigkeit. Bei Zunahme gestaltete sich das Jischuw zur n^p, deren Mitglieder durch die gleiche Weltanschauung und ebenso sehr durch gleiche Behandlung von außen, zusammengehalten wurden. Auf diese Weise geschah in älterer und neuerer Zeit die Änsiedlung der Juden und die Bildung jüd. Gemeinden im Königreiche Ungarn, was durch mancherlei Umstände mehr als anderswo begünstigt wurde. Doch die eigentliche Geschichte vieler jüdischen Gemeinden in Ungarn beginnt, erst — wie dies selbst bei den gegenwärtig hervorragenden ältesten Gemeinden zu Altofen, Preßburg, Eisenstadt2) und Rechnitz der Fall ist, — im 18. Jahrhundert. Und auch diese Gemeinden haben nur Weniges an geschichtlichem Material zu bieten, da Feuersbrünste, ungünstige Zeiten nud Mangel an historischen Sinn Vieles zu Grunde gehen ließ.,, — Bevor wir nun auf die eigentliche Geschichte der jüdischen Gemeinde Stupavas übergehen, wollen wir einen alten Schriftsteller vom Jahre 1786, erst Folgendes wortgetreu über den Ort selbst sprechen lassen.3) „Stamfen, Stompha, Stupava, ein schlow. großer Marktflecken im Preßburger Kom. 3. St. von Preßburg N. Nw. Es liegt der Ort ohnweit vom Fuße des Berges von der Südseite, worauf das Schloß Ballenstein stehet. Die Einwohner nähren sich vom Ackerbau, Weinbau und von Handwerken. Besonders treiben die hiesigen Juden einen starken Handel mit allerhand Kaufmannswaren, auch mit Hasenbalgen u. d. gl. Die Tuchmacher haben hier eine Stampfmühle.4) Es werden hier zahlreiche Wochen- und Jahrmärkte gehalten. Auch befinden sich hier einige Adelhöfe, ein königl, Dreyßigst- und Postamt. Die hiesige katholische Kirche ist wohl gebauet und mit einem ansehnlichen Glokkenthurm und Uhrwerk versehen. Das allhiesige Kastell, so samt dem Ort der Graf Palfischen Familie gehöret, ist im Viereck gebauet, und mit 4 Thürmen und von Innen mit vielen Zimmern versehen. Der Hof ist so groß, daß auch 50 Wägen darin stehen können. Im 2) Preßburg und Eisenstadt haben eine ältere Geschichte (Anmerkung dies Verf.). 3) Körabinsky Histor. geogr. Lexicon Preßburg 1786. S. 728. s. v. Stampfen. 4) Vielleicht rührt von dieser Stampfmühle der deutsche Name des Ortes her, während der Niame Stupava von der slowakischen Benennung dieser Mühle „stupnik" stammt. 54