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Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-09-01 · 1 (September 1931) · p. Seite 22

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Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
1 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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älteste erhaltene Stadtbuch, das im Jahre 1465 begonnen wurde. Da es schon beim nächsten Jahre, 1466, den Verkauf des Hauses einer Jüdin an einen Christen vermerkt, muß auf eine bereits länger dauernde Ansässigkeit dieser Frau und wohl auch anderer Juden geschlossen werden, wie auch für die folgenden Jahrzehnte eine größere Anzahl Juden als Kaadner Hausbesitzer bezeugt wird. Es stand ihnen also damals das Recht zu, Häuser zu besitzen, zu kaufen und zu verkaufen, und im Zusammenhange damit vermochten sie auch das Bürgerrecht zu erwerben. Sie waren bürgerliche Hauseigentümer. Das erwähnte Stadtbuch verzeichnet für die Zeit von 1465 bis 1519 unter 466 Bewerbern auch sieben jüdische, denen vom Rate das Bürgerrecht verliehen wurde; 1469 Daniel Jude1), 1472 Jeremias J., 1481 Salomon J., 1484 David Döring J., 1489 Moises J. und Joseph J., 1494 Heilmann J., der junge Chaim. Bei fünf von ihnen ist auch die Gebühr mit vermerkt, die dafür erlegt werden mußte: Salomon J. gab 2 Schock meißnischer Groschen, David Döring J. 5 rheinische Gulden, Moises J. 40 Groschen, Joseph J. 30 Groschen, Heilmann J., der junge Chaim, 2 Gulden. Da die nach dem Vermögen abgestuften Beträge von 4 Groschen an bis zu 20 Schock Groschen, beziehungsweise 15 Gulden, anstiegen, kann daraus ein Schluß auf die Vermögensverhältnisse der Genannten gezogen werden: Sie gehörten nicht zu den Ärmsten, aber der Wohlstand der besser gestellten war auch nur mäßig. Die Judenhäuser, oder, wie es einigemale heißt, die Judenhäuslein lagen einander benachbart im südwestlichen Winkel der Stadt, noch innerhalb der Ringmauern in der inneren Stadt nahe dem Wassertor, durch das man mit wenigen Schritten hinab zur Eger gelangte; ein Ghetto war es nicht, es wohnten daselbst auch Christen. Der erste uns überlieferte Judenname ist Quendel Isak Jüdin, der Name eben jener jüdischen Frau, welche ihr Haus bei dem Wassertor an einen Christen, Matthes Melzer aus Burgstadl, verkaufte. Dieser übergab es 1468 käuflich den jüdischen Eheleuten David und Rechel, wobei die Käufer den Betrag von 16 Schock Groschen schuldig blieben und in drei Vierteljahren zu bezahlen J) Im folgenden wird der jedem jüdischen Namen beigefügte Zusatz „Jude'' abgekürzt durch J. wiedergegeben. 22

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