Mannheim
Compact Memory

Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei · 1931-09-01 · 1 (September 1931) · p. Seite 21

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
Volume
2 (1931-1932)
Issue
1 (September 1931)
Date
1931-09-01
Page
Seite 21 (sequence 23)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2416673-2416680-2416682--0353-2417071
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Geschichte der Juden in Kaaden. Von Schillrat Josef Hoff mann, Kaaden*) (Nachdruck verboten.) Was uns an urkundlichen Nachrichten über Leben und Schicksal der Juden in Kaaden erhalten ist, beweist, daß ihr Los daselbst kein beneidenswertes war. Mit Ausnahme einer kurzen, kaum länger als ein Menschenalter währenden Zeitspanne, in der sie den Schutz und die Gunst eines mächtigen Dynasten genossen und der Gleichberechtigung mit ihren christlichen Mitbürgern sich erfreuten, konnten sie zwar fast immer ihrem Handel und Wandel nachgehen und fanden auch bei Gericht und Amt willig Gehör, mußten aber auch fortgesetzt eine Schmälerung ihrer bürgerlichen Rechte erleiden, bis die Missetat eines mährischen Glaubensgenossen, der zufällig als Gast einer einheimischen Judenfamilie in den Mauern der Stadt weilte, gar einen vernichtenden Schlag gegen das Kaadner Judentum auslöste, von dem es sich nicht mehr erholen sollte und dessen lähmende Wirkung auch noch nach dem Jahre 1848 eine geraume Zeit fortdauerte. Es ist kein erfreuliches Bild, welches uns die Vergangenheit von dem Dasein der Kaadner Juden entrollt, weil es fast nur Verfolgung und Bedrückung und immetw'ährende Kämpfe um spärliche iRechte darstellt. Erst in jüngster Zeit, seit etwa einem halben Jahrhundert, konnte der Bann, der hier die Entfaltung jüdischen Lebens hinderte, gebrochen werden und langsam, aber sicher erstarkte auch in Kaaden, von kleinen Anfängen ausgehend, eine an Zahl nicht große, doch selbstbewußte und in ihrer Existenz wohlgesicherte Judenschaft, die sich heimisch und zufrieden fühlt und in der Kultusgemeinde ihren einigenden Mittelpunkt schätzt und hochhält. Wann die ersten Juden in Kaaden, dieser freundlichen Bezirksstadt an der Eger, welche 1183 urkundlich kundbar wird und 1261 zum erstenmal als Stadt genannt erscheint, sich heimisch machten, ist nicht feststellbar. Die früheste Meldung über sie bringt das — i *) Aus dem in Vorbereitung befindlichen "V^erke: Hugo Gold: „Die Juden und Judengemeinden Bölhmens in Vergangenheit und Gegenwart- I.n 21

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.