Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Journal
- Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei
- Volume
- 2 (1931-1932)
- Issue
- 1 (September 1931)
- Date
- 1931-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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/ vember 1689 überreicht wurde. Der Rat wies darauf hin, daß es „seit hundert und mehr Jahren" keinem Juden, auch während der Jahrmärkte nicht, erlaubt gewesen sei, „seidene Waaren oder Specerey in offenen Gewölben oder Häusern zu verkauften oder zu vereinzeln oder hausiren umzutragen".27) Die mährischen Juden handelten, wie man daraus und aus dem Vorhergehenden ersehen kann, sowohl mit Rohprodukten, wie Leder, das sie nach Breslau zur Verarbeitung brachten, als auch mit Kramwaren, Stoffen, Spezereien, die sie in Breslau en detail verkaufen wollten. Sie führten dem Zollamt trotz ihrer geringen Anzahl doch auch größere Zollbeträge zu. Unter den 69 Juden, die 1678 (Januar/Februar) Waren verzollten,28) waren 5 mährische Juden [davon 2 aus Hotzenplotz29)], nur halb soviel wie allein aus « Prag (10). Sie verzollten Spezereien, Tabak, Indigo, Seidenwaten, Tücher, Kram- und Eisenwaren. 1685 waren unter 332 Marktbesuchern 58 (=17.4%) aus Böhmen und Mähren gekommen, darunter 12 aus Prag und 2 aus Österreichisch-Schlesien; die übrigen 47 mährischen Juden verteilen sich folgendermaßen:30) 1. Kremsier 11 Juden 2. Hotzenplotz 9 „ 3. Leipnik 6 „ 4. Proßnitz 6 „ 5. Boskowitz 4 „ 6. Loschitz 4 „ 7. Prerau 2 „ 8. Dobrusch 1 Jude 9. Holleschau 1 „ 1696 wurden auf der Elisabethmesse ungefähr 130 jüdische Messebesucher gezählt; aber der Prozentsatz der österreichischen Juden ist ziemlich unverändert geblieben: 26 (= 20.2%).31) Außer den Juden von Prag und Ofen sind es 9 mährische Juden (5 aus Leipnik, je 2 aus Kremsier und Proßnitz, und einer „aus Mähren"). 1721 gab es 266 jüdische Meßgäste in Breslau, von ihnen waren 9 aus Mähren.32) Noch bis kurz vor der preußischen Besitznahme Breslaus werden mährische Juden als Marktbesucher genannt. Wenn 7