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Palästina · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 74

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Das Beth ha am
Date
1910-01-01
Page
Seite 74 (sequence 3)
Language
German
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gasten des Beth ha am öfters auch ein recht distinguiertes nichtjüdisches Publikum ein, und hatte das Haus auch schon die Ehre, den Gouverneur von Jerusalem mit seiner Gemahlin bei einer solchen Gelegenheit in seinen Räumen zu empfangen. Aus diesen literarisch-musikalischen Veranstaltungen und aus dem Büffet zieht das Beth ha am neben den Mitgliederbeiträgen auch einen beträchtlichen Teil seiner Einnahmen, worauf dasselbe für seinen Bestand ja dringend angewiesen ist, da es wohl das einzige öffentliche und gemeinnützige Unternehmen in Jerusalem und Palästina ist, weiches sich ausser einer jährlichen, aber für die Bedürfnisse und Aufgaben lange nicht ausreichenden Subvention des Odessaer Komitees vollständig selbst erhält. Aus dem letzten Rechenschaftsbericht erfahren wir, dass die Ausgaben im letzten Jahre 4000 Frs. betrugen, die Einnahmen 3620, so dass für das nächste Budget mit einem Defizit von 380 Frcs. zu rechnen ist. Leider hat es. wie das nun einmal in Jerusalem nicht anders sein kann und man es schon von altersher reichlich gewohnt ist, in der letzten Zeit auch um des Beth ha am willen heftige Kämpfe abgesetzt, weil sich, was ja übrigens heutzutage auch anderswo vorkommt, die „Jungen" und die „Alten* über die Führung und Verwaltung des Hauses nicht gut einigen konnten. Die Zwistigkeiten, welche schon zu einem wiederholten Vorstandswechsel geführt haben, sind noch nicht gänzlich beigelegt, doch werden sie hoffentlich den Bestand des Beth ha am nicht ernstlich gefährden, welches sich für Jerusalem und seine aus lauter Heiligkeit in bezug auf Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kunslgenuss recht stiefmütterlich behandelte Bevölkerung bisher schon als eine grosse Wohltat und ein reicher Segen erwiesen hat und für die Zukunft zu noch schöneren und umfassenderen Erfolgen berufen ist. Solche volkswirtschaftliche, soziale und allgemein kulturelle Gründungen wie das Beth ha am, oder ein von Herrn Phil. Kieferndorf schon lange als dringend notwendig geschildertes und empfohlenes Schwesternheim, verbunden mit einer Frauenarbeits- Koch- und Haushaltungsschule sind für Jerusalem und Palästina zur Zeit noch wichtiger als Gymnasien, Lehrerseminare, Hochschulen und Kunstinstitute, für welche noch zum grossen Teil die natürliche Basis und das geeignete Wirkungsfeld fehlt, wie das in der letzten Zeit z. B. auch Herr Plantos Blith aus Dessau nach seinem diesjährigen Besuche von Jerusalem und Palästina und Herr Dr. Grünhut in Jerusalem in der „Welt" resp. der Budapester Allgem. Jüdischen Rundschau des näheren überzeugend nachgewiesen haben. Für das Beth ha am sowohl, wie für ein Schwesternheim bedürfte es eines eignen zweckentsprechenden Hauses, event. könnten die beiden sich ergänzenden gemeinnützigen Institute mter einem Dache vereinigt werden. Wollen sich namentlich die Leser und Leserinnen von „Palästina", die doch schon eine ansehnliche Gemeinde bilden, der Realisierung dieser guten Sache, welche auch in den Spalten von „Palästina" von dem Herrn Redaktor und anderen Mitarbeitern schon öfters das Wort geredet wurde, nicht kräftiger als bisher 74

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