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Palästina · 1910-01-01 · Heft 3 · p. Seite 75

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 3
Article
Das Beth ha am
Date
1910-01-01
Page
Seite 75 (sequence 4)
Language
German
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annehmen, damit dieselbe bald zu Stand und Wesen kommt? Mit einigem guten Willen Hesse sich von der „Palästina" - Gemeinde allein schon Bedeutendes vollbringen und wäre es erfreulich, wenn die Redaktion in die Lage versetzt würde, für die angegebenen Zwecke in „Palästina" recht bald eine ständige Gaben- und Spendenrubrik eröffnen zu können. 5äi§g Der Kampf in der ungarischen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Seit langer Zeit schon herrscht unter den Mitgliedern der hiesigen ungarischen jüdischen Gemeinde eine latente Unzufriedenheit mit der Leitung der Gemeindeangelegenheiten, an deren Spitze der bejahrte Rabbiner Chajhn Sonnenfeld steht. Den nächsten Anlaß zum heftigen Aufeinanderplatzen der Geister gaben die regelmässigen, für den ersten Tag des Chanukafestes anberaumten Neuwahlen für den Vorstand der Gemeinde, indem diese gegen den ihr von dem „Rabbiner" Sonnenfeld und seinem Anhang seit langem aufge* halsten Wahlmodus zum erstenmal energisch und öffentlich Protest einlegte. Nach diesem klug und geschickt eingerichteten Modus werden alljährlich 21 Wahlmänner ernannt, aus deren Mitte der aus 11 Gliedern bestehende Vorstand gewählt werden soll. Da nun aber die bisherigen 11 Mitglieder des vorjährigen Vorstandes immer und ohne weiteres eo ipso als Wahlmänner für den Vorstand des nächsten Jahres gelten und der Gemeinde nur das Recht zusteht, 10 neue Wahlmänner durch das Los zu bestimmen, so liegt es auf der Hand, daß in der Besetzung und Richtung des Vorstandes eigentlich niemals eine Aenderung eintreten kann, denn kraft dieses Wahlsystems geben die 11 Mitglieder des alten, auf die Partei eingeschworenen Vorstandes beder Neuwahl auch wieder den Ausschlag. Gegen diese Knebelung der öffentlichen Meinung hat sich schliesslich am diesjährigen Chanukafeste die ganze ungarische Gemeinde, welche eine unbeschränkte, unbeeinflußte direkte Wahl des Vorstandes verlangt, in feierlichem und energischen Proteste wie ein Mann erhoben, indem durch eine von Haus zu Haus gesandte Schrift bestimmt und erklärt wurde, daß sich jedermann der Teilnahme an der neu anberaumten Wahl enthalten solle. In der neuen hebräischen Zeitung „Hacherut" erschien darauf in Nr. 34 auch ein außerordentlich scharfer und geharnischter Artikel gegen die herrschende Partei. In dem langen Sündenregister befand sich auch die Anklage, daß Sonnenfeld und seine Vertrauten noch niemals einen Rechenschaftsbericht abgelegt hätten über die jährlich durch ihre Hände gehenden Chaluka- und Unterstützungsgelder. deren Betrag sich auf mehr als 200.000 Kronen jährlich belaufe und über deren Verwendung niemand eine Kenntnis habe. Wegen dieses kühnen allgemeines Aufsehen erregenden Artikels haben Sonnenfeld und die Mitangeklagten die (Jhalukapeitsche in Anwendung gebracht, und allen denen die bisher gewährte Unterstützung versagt, welche nicht gehorsam sein wollen. Vom Gespenst des Hungers und des Elends geängstigt und getrieben, haben sich denn auch schon viele Gemeindemitglieder bestimmen lassen, auf einem in Umlauf ge- /5

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