Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 11-12
- Article
- Reise durch Jemen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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„Mit welcher Arbeit?" „Mit der Ordnung der Gruppen, die nach Palästina gehen sollen." „Tue, was du willst, ich habe keinen Anteil daran. Wir können nur •über die ersten Auswanderer uns kränken, und du fügst neue hinzu." Das Verdienst von Erez Israel war mir Beistand. Dieser Mann überwand sich selbst, ja er begann alle seine Kräfte unserer Arbeit zu widmen. Schließlich verstand er auch die Macht der persönlichen Hingabe für das Wohl des Landes. Aus palästinensischen Zeitungen hatte er gelesen von einigen erschlagenen Wächtern, von den Vorfällen in Merchäwjah. Ich konnte ihm befriedigende Deutung geben. Schließlich fand er im „Ari"*) den Hinweis: die Hingabe jedes Juden für das Wohl des Landes — das sind die heiligen Funken, und wer in unserer Zeit in Erez Israel wohnt, arbeitet und stirbt, bringt die Erlösung näher. So sei auch auch die Arbeit für das Heraufwandern der Jemeniter heilige Funken. So wurde dieser Mann der treueste Mitarbeiter. Auf jeden Brief, der in meinem Namen nach Jemen ging, setzte er seine Unterschrift und fügte beruhigende Worte hinzu. Und wer aus dem Innern des Landes zu. ihm kam, dem gegenüber wußte er in taktvoller Weise zu sprechen und die falschen Anschuldigungen zu zerstreuen. Damals, nach dem Mißerfolg in Sal'a, begann ich die Agitation etwas zu erweitern, ja sogar, was mir sonst widerstrebte, ein Sendschreiben zu richten an alle „Zerstreuten Israels" im Lande Jemen. Es vergingen noch einige Monate. Dann kamen ferne Gerüchte zu mir, daß aus der Stadt Damar eine große Gruppe kommt. Das schien mir ein Rettungsanker. Doch mußte ich vergeblich zwei Monate warten. Dann entschloß ich mich, ein zweites Mai ins Innere des Landes zu reisen. Der Plan ging dahin, im Osten die Städte Bida, Chab'ban zu besuchen, dann im Norden bis Nedsch'ran und Sa'da zu kommen. Doch ging der Plan diesmal nicht in Erfüllung. Innerhalb von zweieinhalb Monaten konnte ich nur Bida und die umgebenden Dörfer, ebenso Razman und Umgebung sowie den Kreis von Chab'ban besuchen. Der größte Teil der Reise geschah auf dem Kamel. Infolge der spärlichen Bevölkerung überhaupt und speziell der Spärlichkeit der jüdischen Bevölkerung verbreiteten sich unter den Arabern allerlei Gerüchte über mich, zum Beispiel, ich sei ein wandernder Missionär, als Jude verkleidet, und dergleichen. So gelang es schließlich einmal auch Auflauerern, mich gefangen zu nehmen, mein Geld und einen Teil meiner Sachen zu rauben und mich in eines ihrer Dörfer zu bringen. Dank Empfehlungsbriefen an die angesehensten Araber und durch Vermittlung der Juden wurde ich aus der Gefangenschaft befreit. Die Beraubung und manches andere setzten meiner Reise ein Ziel und ich kehrte nach Aden zurück. Doch schon auf dem Wege vernahm ich Gerüchte, daß Aden voll von Juden sei und große Mengen sich vorbereiten, um nach Palästina zu wandern. *) R. Izchak Luria, ein Kabbaiist des 16. Jahrhunderts. ofa