Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 9-10
- Article
- Bericht der ICA
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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liter gegen 19'2 im Vorjahr (im Jahre 1907 allerdings nur 13 und 1908 14 Hektoliter). Auch die Sommersaaten haben erheblich geringere Erträge gegeben. Mangels des Januarregens konnten die Kolonisten keine intensiven Kulturen treiben. Dafür waren die Erträgnisse der Pflanzungen um sehr vieles besser. So gaben 10 Hektar Mandeln 3275 Kilogramm gegen nur 754 im Vorjahr. Wenn sich die Kolonisten von Ekron entschließen würden, die Oeibäume besser zu behandeln, die sie jetzt durch Zwischenkulturen erschöpfen, so würden sie mit wenigen Kosten den Ertrag verdreifachen. Trotz der schlechteren Getreideernte ist die Lage der Kolonisten nicht schlecht, sie konnten sogar ihrer Verpachtung an die ICA nachkommen. Aber die Kolonisten weigern sich, irgend ein Arrangement zu treffen, weshalb die ICA die Gewährung jedes weiteren Vorschusses verweigert, weshalb die Kolonisten in die Hände der bis 20 Prozent Zinsen nehmenden Wucherer gefallen seien. Hoffentlich v/erden sie endlich eine Leihkasse gründen. Die Schule zählte 24 Knaben, 17 Mädchen, der Kindergarten 14 Knaben und 16 Mädchen. Beide Anstalten sind trefflich geleitet. Die Talmud-Thora zählt 30 Knaben. Die Frankfurter „Freie Vereinigung" hat an sie eine Mädchenschule angegliedert, die von 17 Schülerinnen besucht ist. Eine Näherin, die auch Hebräisch und Englisch lehrt, unterrichtet in ihrem Fach. Die Bevölkerung Ekrons betrug 327 Seelen. Petach-Tikwah. Die Kulturen ergaben einen sehr viel höheren Ertrag als 1910: Frcs. 670.000 gegen Frcs. 466.971. Beim Ackerbau hat sich trotz Verminderung der Anbaufläche (3714 Dunam gegen früher 4905) der Ernteertrag mehr als verdoppelt, und zwar weil das Terrain fast gänzlich mit Wintersaaten bestellt war, die viel ertragreicher sind als die Sommerkulturen. Die Produktion der Mandeln, Oliven und Weintrauben hat sich sehr gehoben. Desgleichen in Kafr Saba. Die Gesamtproduktion an Mandeln war 103.314 Kilogramm (gegen 76.149 in 1910). an Oliven 43.170 Kilogramm (1910: nichts), an Weintrauben 1730 Kantare ä 300 Kilogramm (1910: 1122). Auch die Preise waren besser. Neue Mandelpflanzungen (593 Dunam) wurden sauptsächlich auf Terrains, die bisher Wein trugen, gepflanzt. Der Orangenbau dehnt sich mit großer Schnelligkeit aus. Die Kosten betrugen Frcs. 112.323 gegen 65.301 in 1910. Der Erlös Frcs. 369.758 gegen 194.081 in 1910. Die Preise waren etwas erhöht. Zu diesem Ertrag kommt noch jener der ICA-Orangerien. 29.430 Kisten. Im Ganzen haben die „abhängigen" Kolonisten 48.576 Frcs. (gegen 24.725 in 1910) erlöst, die „unabhängigen" 203.166 Frcs. (gegen 86.173). Die Schule war von 323 Schülern besucht (davon 173 zahlende). Die Talmud-Thora, organisiert von der Frankfurter Vereinigung, von 220 (150 zahlend), die Mädchenschulen von 80 Schülerinnen. Die Bevölkerung Petach-Tikwahs beträgt ca. 2181 Einwohner. Die Kellereien in Rischon und Sichron haben infolge der Hausse auf dem Weinmarkte zu guten Preisen namhafte Quantitäten verkaufen können. Nach dem neuen Uebereinkommen überläßt die ICA der Genossenschaft definitiv das Betriebskapital der Keller, die Weinvorräte, die Außen- 217