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Palästina · 1912-01-01 · Heft 9-10 · p. Seite 218

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 9-10
Article
Bericht der ICA
Date
1912-01-01
Page
Seite 218 (sequence 2)
Language
German
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Den Kolonisten, die lediglich Ackerbau betrieben, geht es leider nicht sehr gut. Ihre Fortschritte sind langsame und sie sollten gleich den Kolonisten Judäas zu gemischten Kulturen übergehen. Im Berichtsjahr hat die ICA den Kolonisten von Tiberias, Kaufsversprechungs-Kontrakte unterzeichnen lassen. Bisher bearbeiteten die ehemaligen Rothschild-Kolonisten die Böden, ohne daß ihre Rechte und Pflichten auf diese festgestellt worden wären. Sie zahlten nichts, trotz der großen Kosten, die ihre Installation verursacht hatte. Die neuen Kontrakte detaillieren genau die gegenseitigen Verpflichtungen der Kolonisten und der Administration. Sie versichern die Kolonisten des vollständigen Eigentums der Terrains für den Moment, in dem sie alles, was sie der ICA schuldig sind, zurückgezahlt haben werden, welche Summen sehr mäßig kalkuliert sind, wobei alle Spesen nicht gerechnet wurden, welche die Okkupation und die ersten Versuche verursachten und die bekanntlich in Palästina sehr hoch sind. Die Kolonisten haben einen Betrag in Jahresraten zurückzuzahlen, wobei ein sehr niedriger Zinsfuß (IV'2% nn ersten Jahr) berechnet wird. Die Kolonisten um Tiberias haben die erste Annuität bereits bezahlt und es ist zu hoffen, daß auch die Kolonisten anderer Gegenden solche Kontrakte schließen werden. Ferner wurde der Vertrag mit der Weinbaugenossenschaft, der 1906 wegen des Betriebs der Keller in Rischon und Sichron geschlossen wurde, erneuert. Bekanntlich hat die ICA damals, um den großen Kosten, welche der Betrieb der Kellereien ihr verursachte, ein Ziel zu setzen, denselben der Genossenschaft übergetan. Außer einem großen Aktivum, bestehend aus Außenständen, Waren, Material etc., welches die ICA ihr anvertraute, gewährte sie auch eine beträchtliche Subvention. Der Versuch, welcher sehr schwierig war, gelang sehr gut. Nicht nur, daß von der Genossenschaft nicht die ganze gewährte Subvention in Anspruch genommen wurde, hat sie einen Teil des Aktivums, das ihr übergeben wurde, realisieren und der ICA bezahlen können. Infolgedessen hat die ICA den Vertrag erneuert. Ueber die Kolonien wird ein ausführlicher Spezialbericht gegeben, dem wir einige weniger bekannte Daten entnehmen. Ehemalige Rothschild-Kolonien. In Rischon le Zion hat sich die Lage bedeutend verbessert dank der Teilung der Terrains von Bededjen, dessen Mafruz (Aufteilung) durchgeführt wurde, und dem Ertrag der Pflanzungen. Für das Kilo Mandeln wurden durchschnittlich Frcs. 1.— erlöst. Mit Geranium waren 10 Dunam angepflanzt. 250 Dunam sehr mageren Bodens, die an Rischon grenzen, wurden von einem unabhängigen Kolonisten bebaut. Die Ernte brachte 6663 Frcs. Daraus geht hervor, daß bei richtiger Behandlung auch die mageren Böden in Judäa guten Ertrag geben. Die Schule war von 128 Schülern (56 Knaben, 72 Mädchen), der Kindergarten von 79 (32 und 47), die Talmudscbule von 84 Knaben besucht. Die Bevölkerung Rischons betrug 886 Seelen. In Ekron haben die Wintersaaten infolge der geringen Menge des Frühregens nicht gedeihen können. Die Ernteresultate sind daher gegen das Vorjahr zurückgegangen. So ergab das Hektar Getreide nur 15*6 Hekto- 216

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