Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Die Lehre der Tatsachen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 15)
- Language
- German
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geistige Umwandlung in unserer Welt hervorzurufen. Aber zugleich sah ich auch das starke Begehren nach der Erreichung ihres Zieles in den Herzen dieser Männer und ihr starkes Vertrauen in das Gelingen ihres Werkes und ich sagte mir: „Wer weiß es? Vielleicht wächst noch die Kraft dieses Vertrauens, um Wunder zu wirken". Und nun kam ich und sah, daß das „Vertrauen4* in der Tat Wunder gewirkt hat. „Hebräische Erziehung" in „hebräischer Sprache" ist kein Ideal mehr in Palästina, sondern Lebenswesen, natürliche Erscheinung, deren Wirklichkeit notwendig und deren Fehler gar nicht mehr vorgestellt werden kann. Verblieben sind wahrlich einige vereinzelte, noch nicht eroberte Bollwerke, aber auch diesen ist es bestimmt, sich den Forderungen der Zeit zu beugen, wie es mit anderen bereits geschehen ist. Wer zum Beispiel die Erziehungsinstitute des deutschen Hilfsvereins in Jerusalem sieht, von den Kindergärten bis zum Lehrerseminar, mit ihren sechszehnhundert Schülern und Schülerinnen, welche — außer einem letzten Rest deutscher Erziehung, der hie und da wahrzunehmen ist — in hebräischem Geist und hebräischer Sprache erzogen werden — wer all dies jetzt sieht und ebenso weiß, wie es ehemals war, der muß gestehen, daß wahrhaftig eine „Umwälzung" im Lande vorgegangen ist und der hebräische Lehrer gesiegt hat . . . Noch ist die Arbeit groß, bis der Sieg auch nach inne n vollkommen sein wird, bis die hebräische Erziehung ihren richtigen Weg auf allen Gebieten finden wird und bis ihre bis jetzt noch zahlreichen Mängel ausgefüllt sein werden. Aber schon hat der Sieger die Kraft seiner Geduld und Hingabe an seine Sehnsucht erwiesen und wir können auf ihn bauen, daß er nicht ruhen und rasten wird, bis er die hebräische Erziehung in Palästina auf eine Vollkommenheitsstufe erhebt, die notwendig ist, um mustergiltig zu sein für die Söhne unseres Volkes in allen Ländern, als ein Grundtypus nationaler Erziehung überhaupt, dem man sich anzunähern streben wird, soweit die Möglichkeit hiefür im Golus reicht. Und noch ein städtischer Schöpfungsmittelpunkt anderer Art wurde in den letzten Jahren geschaffen — gleichfalls durch die Kraft des starken „Vertrauens" eines Einzelnen — und auch hier ließen sich weder die Zionisten noch auch der Nationalfonds zurückhalten, ihm zu Hilfe zu kommen und ihm die Möglichkeit des Bestandes und der Entwicklung zu geben, obwohl dies auch nur sehr schwer unter die Schwingen des „Programms" sich zwingen läßt. Dies ist natürlich der „Bezale 1**. Sein großes Ziel, die Entwicklung der hebräischen Kunst, wurde bis jetzt nur im geringen Maße erreicht und bis zur höheren Kunst hat er es noch nicht gebracht. Was er aber schon in den verschiedenen Zweigen des Gewerbes erreicht hat, berechtigt zu dem Glauben, daß auch 183