Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 7-8
- Article
- Die Lehre der Tatsachen
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/2379786-2379848-2379855-2416042--04314-2416105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
hier „die Kraft des Vertrauens dahin wachsen wird, Wunder zu wirken". Wie dem auch sei, „Bezalel" ist bereits zu einem reichen geistigen Quell geworden, der sich von Palästina nach fernen Ländern ergießt. Und wer weiß, wieviele Herzen in der Ferne sich nicht mehr oder weniger ihrem Volke genähert haben, bloß durch die „Teppiche" und die schönen „Spielereien" des „Bezalel". Und alle diese Schöpfungsmittelpunkte, die sich schon im Lande befinden, verweben sich in unseren Gedanken und erscheinen uns als ein nationaler Mittelpunkt, dessen Einfluß auf die im Golus Lebenden schon jetzt, im Anfang seiner Entstehung, deutlich und erkennbar wird. Darum braucht niemand an Wunder zu glauben, um mit seines Geistes Augen zu sehen, wie dieser Mittelpunkt an Quantität wächst, an Qualität sich vervollkommt und wie sein Einfluß auf den Geist des Volkes sich steigert, bis er zuletzt jenes Ziel erreicht, das sich das nationale Existenzgefühl gesetzt hat: unsere nationale Einheit in der ganzen Welt zu erneuern durch Erneuerung unserer nationalen Kultur in ihrem historischen Zentrum. Eine „gesicherte Heimstätte" wird dieses Zentrum auch dann nicht sein, wohl aber eine Heilstätte für seinen Geist. Und nachher? Fraget nicht! In dem Zustande unserer geistigen Zerstreuung in der Gegenwart wissen wir gar nicht, was die Summe unserer nationalen Kräfte ist und was durch sie wird erreicht werden können, wenn sie von ringsumher zu einem Mittelpunkte sich einigen werden und ein starker und gesunder Geist alle beleben wird. Jene Geschlechter, welche „nachher" sein werden — sie werden das Maß ihres Vermögens kennen und ihre Taten danach bestimmen, wir aber haben es nicht mit dem Verborgenen ferner Zukunft zu tun; genug, daß wir das Offenbare kennen, das wir und unsere Kinder in naher Zukunft zu vollbringen haben. >a Achad Haarn über Palästina. Im Märzheft des „Haschiloach" hat Achad Haam in einem längeren Essay die Eindrücke geschildert, die er von der jüdischen Entwicklung in Palästina bei seiner letzten Anwesenheit im Lande (Herbst 1911) empfangen hatte, und ihre Bedeutung kritisch gewertet. Im vorliegenden Hefte von „Palästina" sind seine Ausführungen in deutscher Uebersetzung wiedergegeben. An den Artikel Achad Haams hat sich eine heftige Polemik geknüpft. Die darin niedergelegten Anschauungen haben sowohl im zionistischen 184