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Palästina · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Die Bedeutung der Einführung des Karakulschafes für die Landwirtschaft Palästinas
Date
1912-01-01
Page
Seite 161 (sequence 6)
Language
German
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Verschiedenheit aller Milieufaktoren ihren Charakter nach vieler? Generationen vollkommen beibehalten haben. So wird die Karakulzucht irri Südeii Rußlands (Gouvernement Poltawä) sowie auf der Krim seit den Achtziger jähren des vergangenen Jahrhundefts mit dem besten Erfolg be-- tfieberi, ohne daß das Pelzwerk in seiner Qualität das Geringste eingebüßt hätte. Mitte der Neunzigerjahfe wurde diese Zucht in Bosnien, 1904 auf dem Versuchsgute der Wiener Hochschule für Bodenkultur eingeführt. Irf allerr diesen Gebieten hat dieses Schaf selbst nach mehreren Generationen den: ursprünglichen Charakter seines Pelzwerkes voll und ganz beibehalten1. Diese Tatsache läßt sich am deutlichsten aus den erzielten Preisen für die verkauften Pelzwerke ersehen. So erzielte die Versuchswirtschaft der Hochschule für Bodenkultur für je ein Pelzwerk neugeborener Lämmer von der zweiten Und dritten Generation der dorthin importierten Karakuls einen Durchschnittspreis von* zirka 24 Kronen. Einzelne Exemplare erzielten sogar Preise bis 35 Kronen. Der Durchschnittspreis wäre nach Ädametz noch höher ausgefallen, wenndie Fellproduktion eine größere gewesen wäre. Auch die Preise der Pelz^ werke der Kfeuzungsprodukte aus Karakuls und Zackeln, die infolge der Minderwertigkeit ihrer Felle der Schlachtung zugeführt wurden, haben im Durchschnitt 10 Kronen erreicht. Und über Qualität des Pelzwerkes der bosnischen Karakuls berichtet das gemeinsame Finanzministerium an Hofrat Adametz : „Die Qualität der Felle der reinrassigen, bereits im Lande geborenen Lämmer steht dem Originalpelzwerke in keiner Weise nach. Das Pelzwerk der Kreuzungslämmef erster Generation zeigt in def Regel schön eine große Ähnlichkeit mit dem echten Fell und ist nur hinsichtlieh der Feinheit und des Glanzes des Haares noch minderwertiger, während bei den zweiten und dritten Kreuzungen ein Unterschied kaum mehr zu erkennen ist." Was aber für uns von großem Interesse ist, ist die oben angeführte Tatsache, daß Kreuzungsprodukte zwischen Karakuls und den ihnen keineswegs nahestehenden Zackeln in der Regel den Karakulcharakter im Pelzwerke zeigen. Es folgt daraus der eminente Vorteil, daß man mit einer relativ geringen Zahl von Böcken der Zucht einer ganzen Gegend den Karakulcharakter geben kann und demzufolge auch mit geringen Mitteln dieselben Erfolge erzielen kann wie durch die teuere Reinzucht. Und was durch Kreuzung mit den verwandtschaftlich weitstehenden Zackeln möglich war, wird sicherlich mit dem naheverwandten Fettschwanzschaf Palästinas nicht unmöglich sein. Aber nöeh eine Tatsache ist es,« die das Gelingen der Karakulzucht in Palästina noch wahrscheinlicher erscheinen läßt als in den anderen Gebieten, in denen das Karakulschaf bis jetzt eingeführt wurde. Die Akklimatisation dieses Schafes hat mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen,, indeni die neueingeführten Schafe oft an Lungenwurmkrankheiten zu leiden habert. Nun ist aber diese Krankheit in Palästina fast endemisch und ihre Wirkung eine bedeutend geringere, da das Schaf dort höchstwahrscheinlich sich an diese Krankheit bereits gewöhnt hat oder, darwinistisch gesprochen,, es sind infolge der häufig auftretenden Seuchen nur jene Individuen zurückgeblieben, die für die schweren Formen dieser Krankheit keine Disposition 16t

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