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Palästina · 1912-01-01 · Heft 6 · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 6
Article
Die Bedeutung der Einführung des Karakulschafes für die Landwirtschaft Palästinas
Date
1912-01-01
Page
Seite 162 (sequence 7)
Language
German
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haben. Nachkommen solcher Schafe würden aber auch bei Kreuzung mit den Karakuls ihre Widerstandskraft zum großen Teile beibehalten. Es mag aber auch sein, daß diese Krankheit beim Klima Palästinas lange nicht ihre verderbliche Wirkung entwickeln kann wie in Mitteleuropa. Die Akklimatisation dieses Schafes dürfte auch in dieser Hinsicht viel sicherer vor sich gehen als es anderswo der Fall war. Zum Schlüsse möchte ich noch auf eine sehr interessante Tatsache hinweisen, die für den Gegenstand unseres Themas von besonderer Bedeutung sein kann. Das Karakulschaf wird von der Bevölkerung seiner Heimat „Arabi" genannt mit der Erklärung, daß es ein „arabisches Schaf" sei und nach der arabischen Eroberung im achten Jahrhundert von den Arabern mit ins Land gebracht worden wäre. Es gibt zwar noch eine andere Erklärung dieses Wortes, nämlich vom Worte arab schwarz, welches die Farbe des Karakulschafes bezeichnen sollte, aHein diese Erklärung wird von Adametz als eine unrichtige bezeichnet, schon aus dem einfachen Grunde, weil dieses Wort sonst nur mit leblosen Dingen in Verbindung gebracht wird. Mit Rücksicht darauf, daß dieses Schaf aus dem arabischen Vorderasien herstammt, erscheint das Gelingen seiner Einbürgerung in Palästina außer Frage zu stehen, da es sich nicht um eine Neueinführung, sondern um die Repatriierung eines in Vorderasien früher einheimischen Schafes handelt. Möge nun mein Vorschlag in den maßgebenden Kreisen Beherzigung finden und ich würde mich glücklich fühlen, wenn es mir gelungen sein sollte, der Landwirtschaft Palästinas hiedurch nur etwas Nutzen zu stiften. Zum Schlüsse empfinde ich es als eine angenehme Pflicht, meinem hochverehrten Lehrer, Herrn Hofrat Dr. L. Adametz, Professor der Tierzuchtlehre an der Hochschule für Bodenkultur in Wien, für seine lehrreichen Anregungen meinen herzlichsten Dank zu sagen. „Gründer." Von Josch. Barsilai. (Aus dem hebräischen Manuskript übertragen.) Schluß. „Ja Effendi*), beim Leben des alten Abraham, charif mafisch" (es gibt kein Schaf), erwiderte der Fellache mit flehender Stimme. „Was ist denn das? Ein Hund, ein Schwein oder ein Schaf?" fragte der Chajal, indem er auf das Lämmchen zeigte, das uns zu Füßen lagerte. „Ja Effendi, Allah schütze mich, an diesem Lämmchen hängt das Leben meines Kindes". „Salim!", schrie der Soldat, indem er den Riemen losband. Der arme Salim verstand wohl den Sinn dieser Bewegung darum schlich er leise an den Soldaten heran und sagte : „Nimm ein Medjidi**) und kaufe dafür ein Schaf beim Scheich." *) Ach Herr. **) Silbermünze, Wert etwa 41/2 Frcs. 162

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