Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Einige Daten über den Mandelanbau in Italien
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 3)
- Language
- German
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Ich habe ermittelt, daß man im Durchschnitt beim Aufklopfen der hartschaligen Mandeln zirka 28 bis 30 Prozent Kerne erzielt. Der Konsul in Bari gibt an, daß ein Arbeiter vier Hektar Mandeln pflegen kann, daß die Beschneidung der Bäume durch den Verkauf des abfallenden Holzes, die Erntearbeiten und das Aufklopfen der Mandeln durch die abfallende Schale gedeckt werden, sodaß Unterhaltungskosten bei volltragender Pflanzung fast keine vorhanden sind. Wozu in Italien die abfallenden Schalen verwendet werden — ist mir nicht bekannt. Vielleicht nur als Brennmaterial. Ich v/eiß, daß man die beim Aufklopfen abfallenden Schalen, Bruch und Staub zu Viehfutter verarbeiten kann, für welches je nach den Futterpreisen bis 12 Mark per 100 Kilogramm erzielbar ist. Denn 700 Kilogramm aufgeklopfter Mandeln per Hektar entsprechen rund 16 Doppelzentner Abfall, somit liefern 4 Hektar, das von einem Arbeiter zu bestellende Areal, rund 64 Doppelzentner. Bei einem Preis von nur 8 Mark per 100 Kilogramm ergibt das einen Erlös von rund 500 Mark, also fast den ganzen Lohn des Arbeiters. Welche Tiere dieses Viehfutter fießen und in welcher Form, also ob rein oder vermischt — weiß ich nicht. Vielleicht als Melassefuttermischung, zu welcher bekanntlich sogar Torf genommen wird. Ein billiges Viehfutter im Lande würde vielleicht die Dünger- und Milchwirtschaftsfrage wenigstens zum Teile der Lösung näher bringen. Der Konsul in Bari gibt den Landpreis in Bari auf 1700 bis 1800 Lire per Hektar an und bemerkt, daß die Mandeikultur dort die rentabelste sei, indem sie im Durchschnitt eine Rente von 12 bis 15 Prozent abwirft. Würden die dortigen Provenienzen auch in Palästina mit demselben Erfolge kultivierbar sein, so würde der Betrieb in Palästina in Anbetracht des billigeren Landpreises noch rentabler sein. Die Anlagekosten stellen sich in Bari nach derselben Quelle wie folgt: eine Grube von 75 bis 80 Zentimeter im Kubus kostet 15 Centesimi. Ein Arbeiter kann 20 Gruben täglich machen, im steinigen Boden natürlich weniger. Die jungen Bäume kosten in den Baumschulen 25 bis 75 Centesimi per Stück. Es gebe Bäume, die bereits im dritten Jahre anfangen Früchte zu tragen. Im allgemeinen tragen die Bäume erst im fünften, sechsten oder siebenten Jahre. Die Lebensdauer beträgt bis 50 Jahre und mehr. Alle diese Angaben des Konsuls stammen von einem Mandelplantagenbesitzer, der auf eigenem Grund und Boden 25.000 bis 30.000 Mandelbäume angepflanzt hat, somit ein Areal von 150 bis 200 Hektar hat. Bewässerung und Düngung sei nicht erforderlich. Land, auf welchem Wein wächst, eignet sich auch für die Mandelkultur. Auf Mallorca sind Stützpfähle für die Bäume wegen der häufigen Winde erforderlich. Sowohl auf Mallorca wie in Bari komme es vor, daß der Ertrag so groß ist, daß die ganze Anlage in einem Jahre sich bezahlt macht. Es kommen aber auch Mißerntejahre vor. Die Hauptfrage bleibt also, ob die sizilianischen und spanischen hartschaligen Mandelsorten, deren Absatz zu Fabrikationszwecken auf dem 128