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Palästina · 1912-01-01 · Heft 5 · p. Seite 127

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 5
Article
Einige Daten über den Mandelanbau in Italien
Date
1912-01-01
Page
Seite 127 (sequence 2)
Language
German
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Die marokkanischen Mandeln kommen in drei Sorten vor unter den Namen der Verschiffungshäfen, beziehungsweise Provinzen. Die mit dem geringsten Gehalt an bitteren Mandeln und durchschnittlich die größte Sorte ist die Mazagan; die Haha-Mandel enthält einen größeren Gehalt bitterer und ist kleiner, daher auch billiger; die Lus-Mandel ist am kleinsten und bittersten und ist die billigste Sorte. Für Fabrikationszwecke ist eine möglichst süße aromatische Mandel erwünscht; je größer die Mandel ist, umso wertvoller ist sie, weil die Fabrikationsunkosten und der Verlust geringer sind. Die Sicil- und Mallorca- Mandel sind für diese Zwecke am geeignetsten (abgesehen von den weiter unten bezeichneten Sorten), sind aber im Preise viel höher als die marokkanischen. Die Spannung zwischen Sicil und Mazagan ist zirka 10 bis 12 Mark, zwischen Sicil und Haha zirka 20 Mark per 100 Kilogramm. Die großen Catania-Mandeln werden geschält zum Beiegen von Honigkuchen verwendet; ihre flache breite Form macht sie hierzu besonders geeignet. Aus den großen Mandeln werden maschinell feine Hobelspäne hergestellt, mit welchen die verschiedenen Kuchensorten bestreut werden. Je größer die Mandel, um so größer fallen die Scheiben aus. Für beide Zwecke muß die Mandel süß sein. Ein verhältnismäßig nur kleines Quantum bitterer Mandeln findet als Gewürz in verschiedenartigem Backwerk Verwendung. Das nicht bedeutende Quantum natürlichen Bittermandelöls des Handels kann, und wird wohl zumeist auch aus den viel billigeren Aprikosen und Pfirsichkernen gewonnen werden, da es chemisch aus allen diesen Kernen dasselbe ist. Eine sehr schöne aromatische Mandel kommt aus Spanien aus der Gegend von Malaga und Valencia. Sie ist länglich in Gestalt, eignet sich sehr gut zu Fabrikationszwecken und liefert ein noch besseres Produkt als die Mallorca-Maudel. Diese Sorte ist auch für die sogenannte gebrannte Mandel geeignet. Ob und wie sich die sizilianischen und die spanischen Mandelsorten in Palästina einführen lassen — entzieht sich meiner Beurteilung; es dürfte von großer Wichtigkeit sein, Versuche in dieser Richtung anzustellen. In den letzten 11 Jahren schwankte der Preis der Sicil-Mandel zwischen 120 und 182 Mark per 100 Kilogramm, betrug somit im Mittel 150 Mark. Seit Mitte 1911 ist der Preis indessen über 2C0 Mark. Der deutsche Konsul in Bari hat auf eine Antrage einer mir befreundeten Firma die Verhältnisse der Mandelpflanzung in jener Gegend geschildert. Ein Baum liefert im Durchschnitt 4 Kilogramm aufgeklopfter schalenfreier Mandeln; per Hektar werden 150 bis 200 Bäume gepflanzt somit beträgt die Ernte per Hektar 600 bis 800 Kilogramm aufgeklopfter Mandeln. Der Bericht des deutschen Generalkonsuls in Barcelona über die Obsternte Spaniens 1910 gibt in Uebereinstimmung mit der brieflichen Mitteilung des deutschen Konsuls in Palma de Mallorca die Ernte per Hektar auf über 700 Kilogramm aufgeklopfter Mandeln an. Aus Privatmitteilungen aus Palästina ist nur bekannt, daß man dort an aufgeklopften Mandeln erheblich weniger erzielt. 127

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