Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Einige Daten über den Mandelanbau in Italien
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 129 (sequence 4)
- Language
- German
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Weltmarkte gesichert erscheint, in Palästina mit demselben Erfolge anbaufähig sind. Ist das der Fall, so dürfte die Rentabilität von Mandelpflanzungen in Palästina in Anbetracht des billigeren Landpreises erheblich besser sein. Dr. A. C h w o 11 e s. Die Bedeutung der Einführung des Karakulschafes für die Landwirtschaft Palästinas. Von Dr. Agr. El- Pickholz. Die Schafzucht spielt in Palästina eine sehr große Rolle. In der Viehsteuer figuriert das Schaf an erster Stelle. Die Schafhaltung ist vielfach neben der guten Rente, die sie trotz der geringen Leistungen des in Palästina einheimischen Fettschwanzschafes abwirft, in der dortigen Wirtschaftsweise und den als Residuum der Nomadenzeit erhaltenen Gewohnheitsrechten begründet. In Palästina werden die Stoppelfelder nach der Ernte nicht wie bei uns sofort umgeackert, sondern werden unberührt bis zur Zeit des nächsten Anbaues liegen gelassen. Während dieser Zeit wird auf den Stoppeln geweidet. Dabei gilt das Gewohnheitsrecht, daß auf nichtbestellten Feldern (Stoppelfelder oder sonst brachliegende Grundstücke) von jedermann ohne jede Erlaubnis geweidet werden darf. Neben der nomadisierenden Bevölkerung, die noch jetzt in nicht zu geringem Teile in Palästina existiert, besitzt auch die ansäßige Bevölkerung und unter ihnen auch ein Teil der jüdischen Kolonisten größere Schafherden, Die Einnahmen der Schafzucht werden sehr geschätzt, weil sie bei geringen Auslagen eine hohe und relativ sichere Rente abwirft, wenn sie nicht von Seuchen heimgesucht wird. Nun ist aber dieser Rente eine Grenze gesetzt, da das in Palästina einheimische Fettschwanzschaf eine sehr geringe Leistungsfähigkeit aufzuweisen hat. Mit dem jährlichen Zuwachs und der mäßig zu bewertenden Wolle ist seine Ertragsfähigkeit erschöpft. Seine Milchergiebigkeit ist eine sehr geringe und das Melken wird nur während einer sehr kurzen Zeit geübt. Es muß wohl zugegeben werden, daß dieses Schaf deshalb auch sehr anspruchslos ist und daher von seiner Zucht auch nicht viel verlangt werden darf. Es fragt sich nun aber, ob bei den gegebenen Verhältnissen die Schafzucht sich nicht rentabler gestalten ließe und so wird man unwillkürlich auf das Karakulschaf gelenkt, welches bei derselben Anspruchslosigkeit in ähnlichen Verhältnissen lebt und doch eine viel höhere Rente abwirft. Aufgabe dieser Zeilen ist es, die Einführung der Karakulschafzucht in Palästina in Betracht zu ziehen und die Bedeutung einer solchen Maßnahme für die Förderung der dortigen Schafzucht zu erörtern. Natürlich kann der Erfolg eines solchen Versuches nicht mit mathematischer Sicherheit vorausgesagt werden, sondern nur aus rein theoretischer Betrachtung, durch Vergleichung der einzelnen Faktoren des Milieus der Heimat der Karakulschafe mit denen Palästinas in Erwägung gezogen werden, wobei ich mich auf die Erfahrungen stützen werde, die mit der Einführung dieser Zucht in anderen Gegenden gemacht wurden. 129