Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Ein historischer Rückblick
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 8)
- Language
- German
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Als erster „Governor" (von dem die Kontrolle ausübenden Komitee — Zionistisches engeres Aktions-Komitee — ernannter Direktor) und Präsident des Direktoriums wurde Dr. Max Isidor Bodenheime r^ Rechtsanwalt zu Köln, bestimmt. Schon vorher waren die Bureaux des JNF. ebenso wie die der zionistischen Organisation nach Köln gekommen. Bis dahin hatte die Leitung dem Ingenieur Johann Kremenezky obgelegen, der auch weiterhin im Direktorium verblieb. Ihm gebührt der stete Dank des jüdischen Volkes vor allem dafür, daß er sich des JNF. annahm schon zu einer Zeit, da er verwaist war, noch ehe er ins Dasein eingetreten, daß er ihm über die schweren Stunden seines Werdens hinweghalf und ihn dann die ersten und schwersten Schritte gehen lehrte. Er leitete die vielen Jahre hindurch sämtliche Arbeiten, die Vorbereitungen, die Begiündung, die Propaganda, die Einführung, die Sammlungen und die Verwaltung. Und alles, ohne daß er den ursprünglich vorgesehenen Höchstsatz an Spesen kaum je überschritt, der recht niedrig gehalten war: 10 Prozent der Einnahmen — zur ersten Einführung einer neuen Sammelinstitution sicher zu wenig. Der neue erste Präsident des NF., Dr. Bodenheimer, hatte schon am ersten Kongreß über den „Nationalfonds" referiert, war von Prof, Schapira zu seinem politischen Testamentsvollstrecker bestimmt und hatte auch bisher schon aufs eifrigste bei den Vorarbeiten für die definitive Gründung und Legalisierung des NF. mitgearbeitet. In seinem ersten dem achten Kongreß erstatteten Bericht konnte er allerdings noch nichts von einer Tätigkeit des nun ihm unterstehenden Hauptbureaus des JNF. in Köln mitteilen, es war noch nicht einmal definitiv installiert. Dagegen hören wir zum ersten Male von praktischer Arbeit, die mit dem Gelde des JNF. geleistet worden war. Ende 1907, also wenige Monate nach diesem Kongreß hatte das Vermögen des NF. die erste Million um fast 200.000 Mark überschritten; 18 Prozent davon waren in Palästina angelegt. Immerhin ein Anfang, wenn auch ein recht bescheidener. Vielleicht nur eine aus dem Bestehen des „Bezalel" und der „Oelbaumspende" notwendig gewordene Konsequenz, denn nur für die Bezalel-Gebäude und das zum Anpflanzen des Herzlwaldes nötige Land waren die Aufwendungen in Palästina gemacht worden. Eine prinzipielle Entschließung der kompetenten Instanz zum Landkauf und sonstiger Geldveiwendung in Palästina brachte ersi die AC.-Sitzung von Januar 1908. Dr. Arthur R u p p i n, der eben die Leitung des vom Kongreß beschlossenen und dann auch vom EAC. eingerichteten Palästinaamtes übernommen hatte, hatte es in dieser Sitzung durchzusetzen gewußt, daß man sich endlich auch im AC. für praktische Arbeit in Palästina entschloß, womit ja nur den Wünschen der Kongreßmajorität (übrigens auch Dr. Bodenheimers) entsprochen wurde. Das Jahr 1908 brachte erst eine mäßige Verwirklichung dieses prinzipiellen Entschlusses, aber auch keine Steigerung der Einnahmen für den NF., nur 276.000 Mark, d. h. im Durchschnitt monatlich 23.000 Mark brutto, also sogar ein Rückgang gegen das Vorjahr. 287.. des Gesamtvermögens waren Ende des Jahres in Palästina angelegt Das Jahr 1909 brachte dagegen zugleich mit einer erheblichen Vergrößerung der Anlagen in Palästina eine bedeutende Vermehrung der Eingänge des NF., die wohl nicht bloß auf einen Ausbau der Sammel- 93