Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 3-4
- Article
- Ein historischer Rückblick
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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den ersten vier Sätzen seines Vorschlages festhalte, die seine Prinzipien enthielten: territorialer Fonds, statutarische Festlegung dieses Zweckes und der Bestimmung, daß der Fonds nie erschöpft und nicht angetastet werden solle, bevor er etwa eine Million (soll heissen „Pfund Sterling") erreicht habe. Ursprünglich hatte er ihn unangetastet wissen wollen, bis er eine Höhe von mindestens 10 Millionen Pfund erreicht haben würde. Der Kongreß nahm auch eine Resolution Davidsohn an, wonach der Kongreß aus seiner Mitte eine Organisation schaffen solle, die „verpflichtet ist, sich an die gesamte Nation mit einem Aufruf zu wenden zwecks G.ündung eines Nationalfonds in der Höhe von 10 Millionen Pfund Sterling". Wenige Monate später staib Professor Schapira, ohne daß seine große Idee inzwischen der Ausführung näher gekommen war. Das Aktions- Komitee, die Leitung der jungen zionistischen Organisation, hatte sich in erster Reihe der Aufgabe der Bankgründung zugewandt, alle verfügbaren Kiäfle wurden dafür eingesetzt. Man hielt damals vielleicht auch die Gründung eines Fonds für den Landkauf für überflüßig, weil man sich im Schöße des AC. doch wohl noch mit der Hoffnung trug, andere bereits vorhandene Gelder, insbesondere die doch eigentlich dem jüdischen Volke gehörenden ein Nationalvermögen darstellenden Gelder der ICA. für solche Zwecke erlangen zu können. So schrieb damals in seinem, die Propaganda für die „Jüdische Kolonialbank", einleitenden Aufsatz Theodor Herzl: „Ist aber etwa gedacht, daß diese Bank mit dem Aktienkapitale von nur zwei Millionen Pfund Sterling zur unmittelbaren Erwerbung der für die jüdische Kolonisation erforderlichen Landstriche aufgestellt wird? Nein. Dazu würde dieses Kapital selbstverständlich nicht hinreichen. Es gibt weit größere jüdische Kolonialfonds, welche auf die Erfüllung dieser Aufgabe warten und sobald die öffentlich-rechtlichen Voraussetzungen geschaffen sind, zu privatrechtlichen Landkäufen und philanthropischen Ackerbauunterstützungen dienen sollen". Der zweite Kongreß kam heran. Vom Nationalfonds war nichts zu hören. Nur in der Bekanntmachung über die Aufgaben der Bank war als eine solche angegeben: Verwaltung des Nationalfonds. Da bat David W ol ff söhn am ersten Tage des Kongresses das AC, dem Kongreß einen Bericht über den Stand der Frage eines Nationalfonds vorzulegen. Mehr berichtet das Kongreß-Protokoll dazu nicht, und das des dritten Kongresses tut des NF. keine Erwähnung. Erst dem vierten Kongreß legte Johann Kremenezky, der sich schon vor dem ersten Kongreß für diese Frage interessierte, und dann im Wiener AC. sich immer wieder dafür eingesetzt hatte, einen vom AC. gebilligten eisten Entwurf oder besser, einen Aufruf zur Schaffung eines JNF. vor, der als einziges Sammelmittel Marken vorsah, deren Preis „der kleinsten Münze eines jeden Landes, in dem Juden leben" entsprechen sollte. Sogar ein Entwurf dieser Marken lag vor. Aber der Kongreß beschäftigte sich recht wenig mit dieser Frage. Dr. Bodenheim er bekannte sich als von Prof. Schapira zum Vollstrecker seines politischen Testaments Beauftragter und erklärte sich gerne bereit, „alles daran zu setzen, diesen Vorschlag in die Wirklichkeit umzusetzen, soweit die Verhältnisse dies gestatten". 89