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Palästina · 1912-01-01 · Heft 3-4 · p. Seite 78

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Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 3-4
Article
Was kann und soll der Jüdische Nationalfonds zur Förderung der Ansiedlung der Jemeniten in Palästina tun?
Date
1912-01-01
Page
Seite 78 (sequence 4)
Language
German
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aufzubringen, die für die Ansiedlung von 500 Familien jährlich (gegenüber allem bisherigen eine kolossale Leistung!) erforderlich wären." Ich habe darauf folgendes zu erklären: Die jüdische Kolonisation beschäftigt bereits in ihrem jetzigen Zustand mitunter ca. 1O.0C0 Arbeiterfamilien. Bei der zunehmenden Ausdehnung und Intensivierung ist anzunehmen, daß sie in zehn Jahren ca. 20.000 Arbeiterfamilien brauchen wird. Daß unter diesen die allseits geschätzten Jemeniten ihren Platz einnehmen werden, unterliegt keinem Zweifel. Es bleibt also tätsächlich nur noch die Wohnungsfrage und die ist mit 500 Frcs. (als Darlehen!) per Familie durchaus zu lösen. Die bereits bestehenden Jemenitenhäuschen in Rechoboth und Rischon le Zion haben durchschnittlich weniger als 500 Frcs. gekostet. Der Waad von Pethach-Tikwah hat ein Budget ausgearbeitet, wonach eine Jemenitenwohnung samt Bauland und Röhrenlegung zwecks Wasserleitung weniger als 500 Frcs. kosten wird. Es ist zu berücksichtigen, daß Pethach-Tikwah allein wohl 500 Jemenitenfamilien brauchen könnte. Ich glaube, diese Angaben genügen. Tatsächlich kann man durchschnittlich eine geringere Zahl als Frcs. 500 für die Baukosten annehmen, somit eine viel geringere Summe als 250.000 Frcs. jährlich. Es kommt noch hinzu, daß vielfach die Jemeniten aus eigenen Ersparnissen Anzahlungen machen werden. Andererseits werden ja ihre Rückzahlungen für denselben Zweck weiter verwendet werden können. Immerhin, will man wenigstens diese Sache nicht kleinlich anfassen so braucht man größere Beträge. Wer soll diese geben? Herr Trietsch spricht in seinem erwähnten genannten Aufsatze von dem Wege einer speziellen Sammlung für den Nationalfonds. Wenn er darunter .ersteht, daß der NF. Institutionen und einzelne reiche Leute zur Mitbeteiligung an einem zu schaffenden Fonds für den Bau von Jemenitenhäusern in Palästina herangehen soll, so bin ich damit einverstanden. Dem Vernehmen nach haben die Jemeniten in Rechoboth und Rischon le Zion ihrerseits bereits 2000 Frcs. für einen solchen Fonds gesammelt. Kein Z .veifel, daß mehrere jüdische Organisationen bereit sein werden, auf diesem Gebiete mitzutun. Hingegen würde ich entschieden abraten, sich diesbezüglich an die große Masse zu wenden. Unser Volk hat die Idee des NF. als Volksschatz aufgenommen und soll nun nicht mit jeder Detailfrage beteiligt werden. Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch, daß in letzter Zeit mehrere wohlhabendere Jemeniten für ihr Geld Boden, besonders bewässerbaren, erwerben wollen. Es ist für mich kein Zweifel, daß für die von Trietsch so warm befürwortete Kleinst- Kolonisation (nämlich jene auf einer möglichst kleinen Fläche bei intensivster Bewirtschaftung) vorläufig nur das jemenitische Element in Betracht kommt. Ueber die Kreditfähigkeit der Jemeniten brauche ich nicht viel zu reden. Sie haben bis nun die in dieser Beziehung in sie gesetzten Hoffnungen nicht getäuscht. Nur müssen die Zahlungen so im Vorhinein geregelt werden, daß sie dieselben mit Leichtigkeit aus ihren Ersparnissen 78

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