Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Bedeutung der Olivenkultur
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
- Lod 1× ep/1045074
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Syrien als einzige Zeugen der in spätrömischer Zeit blühenden Olivenzucht, von deren Ertrage vorzugsweise die Bewohner der heute in Trümmer liegenden zahlreichen Siedelungen lebten. Auch die Trümmer von Palmyra besitzen noch Oiivengärten. Ueber die Beteiligung der Juden an der Olivenkultur Palästinas war bis in die letzten Jahre nicht viel zu berichten. Der Weinbau und die Orangenkultur wurden von jeher von den jüdischen Kolonisten bevorzugt. Erst neuerdings wurden in manchen jüdischen Kolonien größere Olivenpflanzungen angelegt, die aber noch zu jung sind, um schon jetzt in der Produktion des Landes eine wesentliche Rolle zu spielen. (Von den von dem Verein „Oelbaumspende" angelegten Pflanzungen ist hierbei abgesehen.) Die jüdischen Kolonisten schlagen nicht wie die Araber die Früchte mit Stöcken herunter, sondern nehmen sie mit der Hand ab und erreichen so, daß ihre Oelbäume ziemlich gleichmäßig Frucht tragen, während die Araber es in der Eigenart des Baumes begründet glauben, daß er nur ein Jahr über c'as andere Frucht trägt. Was die Oelfabrikation anbelangt, so war bereits davon die Rede, daß die primitivsten Kleinbetriebe, in denen die Extraktion des Ocles auf chemischem Wege ganz unbekannt war, bis vor wenigen Jahren ausschließlich in den Händen der Araber waren. Neuerdings haben sich jüdische Kapitalisten diesem Industriezweig zugewandt. Zurzeit gibt es drei größere jüdische Oelfabriken in Palästina (bei Lydda, bei Haifa und bei Jerusalem), die im wesentlichen nicht Oliven, sondern, wie oben ausgeführt, die Preßrückstände der arabischen Betriebe verarbeiten. Doch haben die Fabriken selbst bereits Pflanzungen und Baumschulen angelegt, um die jüdischerscits betriebene Oelproduktion zu vergrößern. Dieselbe Gesellschaft, Athid genannt, betreibt in ihrer Haifaer Fabrik gleichzeitig Seifenfabrikation. Ueber die Rentabilität der Olivenkultur, nach in Palästina gemachten Erfahrungen zu sprechen, würde hier zu weit führen. Es sei nur bemerkt, daß — ebenso wie das bezüglich der Oelgewinnung bereits aujgeiühr wurde — auch bei der Olivenzucht durch sachgemäßere Methode und liebevollere Pflege, als sie bei der arabischen Bevölkerung üblich ist, eine wesentliche Steigerung des Wertes erreichbar ist. So erlangen die deutschen Kolonisten in Haifa, die den Boden pflügen und düngen, die Früchte nicht abschlagen, sondern mit der Hand abnehmen und so den Baum schonen, als Ertrag eines Baumes 20 Frs, sodaß sich der Baum in drei Jahren bezahlt macht. (Ein Baum von 50 Jahren kostet höchstens 60 Frs.) Wer sich für die Rentabilität von Olivenpflanzungen interessiert, die ein Kapitalist für sich — als Kapitalsanlage — oder eine Familie die vom Ertrage leben will, anlegt oder anlegen .läßt, den verweisen wir auf das vom Palästinaamt in Jaffa herausgegebene Schriftchen: „Die Anlage von Pflanzungen in Palästina." Für die vom Verein „Oelbaumspende" anzulegenden Pflanzungen waren, wie erwähnt, 6 Mark als die Kosten eines Baumes bis zur Selbsterhaltung und 2.40 Mark als Jahresertrag angenommen worden. Indessen erwies sich die erstere Zahl als etwas zu niedrig angesetzt. 37