Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Bedeutung der Olivenkultur
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 6)
- Language
- German
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Der Zweck unserer Ausführungen war nur der, auf die hohe Bedeutung der Olivenkultur für die Mittelmeerländer im allgemeinen, für Palästina in besonderem hinzuweisen. Mit welchem Erfolge die Agitation für diese wichtige, oft unterschätzte Seite der Palästinakolonisation bisher betrieben worden ist, ist dem Leser bekannt. Zusammenfassend sei hier nur festgestellt, daß bisher 320.000 Mark für diesen Zweck gestiftet worden sind. Im „Herzlwald" sind allein an 15.000 Bäume bereits gepflanzt. Ein verheißungsvoller Anfang — aber nur ein Anfang! V Die Tätigkeit der „Chowewe Zion". Die Gesellschaft „Chowewe Zion", die nur alle drei Jahre eine Generalversammlung abhält, wird in diesem Monat eine solche veranstalten. Diese älteste Gesellschaft für Palästinaarbeit blickt eben auf eine dreißigjährige Tätigkeit zurück und in ihrer Geschichte ist fast die ganze Geschichte der jüdischen Kolonisation in Palästina enthalten. Rückblick. Unter dem Einfluß nationaler Agitation wurde nach den russischen Pogromen des Jahres 1881 die erste landwirtschaftliche Kolonie in Palästina „Rischon le Zion" am 15. Ab 5642 (1S82) von einer Gruppe junger, gebildeter Leute gegründet. Dieser Gruppe schlössen sich die unter dem Namen „Bilu" bekannten Pioniere der Bewegung an. Gleichzeitig gründeten rumänische Juden Rosch Pinah und Sichron Jakob. Bald darauf wurde Petach Tikwah und Jessod Hamaaleh gegründet. Bald zeigte es sich doch, daß die mit großer Begeisterung, aber ohne Mittel und Erfahrungen gegründeten Kolonien nicht weiter kommen konnten. Da gelang es, Baron Edmund Rothschild in Paris für die Kolonisation zu interessieren, der in bekannt großzügiger Weise dieselbe unterstützte und ausbreitete. Um diese Zeit wurden die „Chowewe Zion"-Vereine gegründet. Unter dem Eindruck der 1882 erschienenen Broschüre Leo Pinskers: „Autoemanzipation" und der nationalen Agitation von Smolensky, Lilienblum, Schefer, Lewanda etc. schlössen sich auf der Kattowitzer Konferenz (Anfang November 1884) die Chowewe- Zion unter der Präsidentschaft von Pinsker und Mohilewer zusammen. Schon im ersten Jahre wurden 53.500 Rubel gesammelt und damit verschiedene Arbeiten in Palästina geleistet. Nach der Konferenz zu Drusgenik 1887 wurde ein Bureau in Jaffa errichtet. Nach der dritten Konferenz zu Wilna 1889 erlangten die „Chowewe Zion" die Genehmigung der Regierung und konstituierten sich auf der ersten Generalversammlung (14. April 18Ö0) zu Odessa. Pinsker wurde neuerlich zum Präsidenten gewählt, in das Komitee wurde u. a. auch Achad Haam entsendet. Die Tätigkeit der „Chowewe Zion" wurde immer ausgebieiteter, es wurden Gederah, Petach Tikwah, Jessod Hamaaleh, Wadi Chanin, Rechoboth, Mischmar-Hajarden, Chederah unterstützt. Eine Krise machte das Kolonisationswerk 1889—1891 durch. Einerseits wurde es — insbesondere infolge der Kritiken Achad Haams — immer klarer, daß namentlich seit dem Tode Pinskers -eine einseitig philantropische und daher wenig nutzbringende Arbeit geleistet worden 38