Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 9 (1912)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die Bedeutung der Olivenkultur
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 1× ep/1047930
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ehemaligen reichen Oelhainen. Immerhin ist die Produktion auch heute noch recht bedeutend. So produzierte Palästina 1884 Olivenöl im Werte von über fünf Millionen Mark. 1905 wurde die durchschnittliche Gesamtproduktion von Syrien und Palästina an Olivenöl auf 150.000 Zentner geschätzt. Noch bis in die letzten Jahre hinein war das Olivenöl ein wichtiger Gegenstand der Ausfuhr; ja das Oel und die daraus fabrizierte Seife — zusammengerechnet — bildeten sogar den bedeutendsten Exportartikel des Landes. Es gelangte aber nur etwa ein Viertel des produzierten Oeles zur Ausfuhr, da noch immer Oliven und Oel ein unentbehrlicher Gegenstand der Volksnahrung sind. Der Export war indes, schon wegen der Ungleichheit der Jahresernten, immer äußerst schwankend. Während er z. B. 1884 einen Wert von über eine Million Mark brachte, war er 1886 sehr gering, und betrug 1887 (weil das Oel infolge der niederen Preise nicht verkauft wurde) kaum 30.000 Mark, aber schon 1888 wieder etwa 860.000 Mark. Ueber Akka, den Hauptausfuhrplatz für Oel, wurde (wenn wir 1 kg durchschnittlich mit 1 Frs. bewerten) 1S88 für 200.000 M exportiert, 19C0 für zirka 323.000 Mark, davon 40% nach Aegypten; 1901 für zirka 314.000 Mark, wovon über 1 Drittel nach Frankreich gingen. Der zweitwichtigste Hafen ist Jaffa. Hier wurde an Olivenöl (eine Stichprobe aus früherer Zeit) 1888 für nur 18.000 Mark, 1893 für etwa 276.000 Mark, 1894 für etwa 180.000 Mark exportiert; im Jahre 1902 betrug der Export 29.000 Mark, 1903 (einem „Erntejahr") auch nur 107.000, 1904 gar nur 19.000 Mark. In den folgenden Jahren sank der Export immer und erreichte im Jahre 190S nur noch einen Wert von 55000 Mark, um in den letzten Stillstand zu kommen. Der dritte Hafen, der von Haifa, spielt eine geringe Rolle. Wenn hier auch 1888 einmal Olivenöl im Werte von 630.000 Mark exportiert worden ist, so Betrug sein Wert 1900 nur noch 11.0C0, 1901 kaum 9000 Mark. Dieser allgemeine Rückgang des Olivenölexportes erfolgte zugunsten des stark anwachsenden Orangenexportes aus Palästina; er ist ferner eine Folge des steigenden Bedarfes der dortigen Seifenfabriken. Der Seifenexport über Jaffa ist tatsächlich im Steigen begriffen. Zwar wird er bereits für die Jahre 1893 und 1894 auf 112.000, bezw., 114.000 Pfd. St. angegeben, während er 1902 375.000 Mark betragen haben soll. Jedenfalls sind die jüngsten Zahlen die zuverlässigsten, nach denen der Export auf zirka drei Millionen Mark gestiegen ist. Die besseren Qualitäten von Olivenöl werden bei der schlechten Pflege der Kultur noch immer nach Palästina importiert. So betrug der Import von Olivenöl über Jaffa im Jahre 1908 an 310.000 Mark! Am häufigsten sieht man den Oelbaum an der ganzen Abdachung des Landes zum Mittelmeer hin von Gaza im Süden Palästinas bis nach Antiochien im nördlichen Syrien. In diesem Landgürtel findet der Baum einerseits die günstigen klimatischen Verhältnisse, andrerseits lohnt die Olivenzucht am besten, da der Ueberschuß über den eigenen Bedarf, wie erwähnt, leicht in der Nähe Abnehmer findet. In allen Küstenplätzen Syriens, von den Hafenplätzen Palästinas besonders in Jaffa, Haifa, Akka, Saida spielt daher Olivenöl als Gegenstand der Ausfuhr je nach der Ernte eine bald größere, bald geringere Rolle. Namentlich sind die Hänge des 35