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Palästina · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Über die Bedeutung der Olivenkultur
Date
1912-01-01
Page
Seite 12 (sequence 5)
Language
German
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Alluvialboden, weil es diesem weder an Nährstoffen noch an Feuchtigkeit fehlt. Man bevorzugt bei der Anpflanzung sonnige Hügel, sowie höchst trockenen und durchlässigen Boden. Daher gedeiht ja gerade die Oiive am besten in der Mittelmeergegend mit ihren regenlosen oder regenarmen Sommern. Sehr wesentlich sind auch milde Winter. Natürlich bewirkt die Oelb umkultur auch eine starke Wertsteigerung des Bodens. Es war oben bereits von dem Tunis von einst und jetzt die Rede. In Mitteltunis erlangt Bauland von 10 Frs. pro ha mit Oelbaumpflanzungen einen Wert von 300 Frs. Einiges über die Kultur des Oelbaumes. Er wird zwar meist nur in Halbkulturen gehalten, bei höherer Kultur ist eine größere Vorbearbeitung des Bodens notwendig. In Apulien werden Löcher, in denen gepflanzt wird, ausgehauen und mit Erde gefüllt. Mehrere Jahre bedarf der junge Baum besonderer Pflege durch Bewässerung, Behacken usw. Gewöhnlich pflanzt min ziemlich herangewachsene Wurzelschößlinge. Die Pflänzlinge werden etwa bis zum siebenten Jahre erst in Baumschulen großgezogen. Alle Pflänzlinge müssen, meist durch Pfropfen, veredelt werden. Man pflanzt die Bäume gewöhnlich in Zwischenräumen von fünf Metern, aber auch bis dreizehn Meter, wenn Zwischenkultur getrieben wird. Jedenfalls müssen Luft, Licht und Sonne Zu ritt zum Olivenhain haben. Die Frage, wieviel Bäume man auf ein Terrain pflanzt, richtet sich je nach dem Gelände und danach, ob man gemischte Kultur treiben will oder nicht. So pflanzt man in Syrien 2C0 Bäume auf ein ha, in Smytna nur 1C0, in Toscana dagegen 280, im tunesischen Sfax dagegen mit seiner höchsten Vervollkommnung der Olivenkultur nur 17, die aber nach 15 Jahren ebensoviel einbringen wie 120 Bäume in Nordtunis. Düngung mit ausgepreßten Oliven und allerlei Abfallstoffen ist sehr nützlich, unterbleibt aber meist. Interessant ist es, daß es in der Kabylei Familien gibt, welche, von Dorf zu Dorf wandernd, das Pfropfen der Oelbäume als frommes Werk nur gegen Gewährung der Nahiung betreiben, wohl ein Erbstück aus uralter Zeit. Die veredelten jungen Oelbäume beginnen nach drei Jahren Früchte zu tragen. Aber erst nach acht bis neun Jahren kommen sie zu vollem Ertrage, den sie dann freilich bei entsprechender Pflege auf Jahrhunderte beizuhalten vermögen. Denn der Oelbaum bistzt bei sehr langsamen Wachstum e ne so ungeheure Lebenskraft, daß man ihn geradezu unvergänglich nennen kann. Die Wurzel umklammert die Filsen und dringt tief in die Spalten ein. Kaum wird jemals solch ein Baum vom Sturme entwurzelt. Einer Bestimmung gemäß, die die Araber bei der Eroberung von Palästina erließen u;-d die die Türken aufreiht erhielten, zahlen noch heute acht uia:te Bäume im Garten Geth.-emane bei Jerusalem nur einen Medin Steuer, w.»raus man schließt, daß diese ans byzantinischer Zeit, ja aus der Zeit Christi stau nien. Der stäikste hat zwei Meter Durchmesser. In Paris war einst ein tau endjähriger Olivenstamm aus Algier ausgestellt. In der Bucht von Villa F»anca gibt es einen Baum, der schon 1515 als alt galt und dessen Stamm am Gründe 12l/2 Meter Umfang hat. Auf Korsika gibt es nicht selten a te Oelbäume, zu deren Umspannung drei bis vier Männer nötig sind. Nachdem wir wissen, daß etwa 20 Jahre nötig sind, ehe der Baum seinen vollen Wert erlangt, verstehen 12

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