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Palästina · 1912-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Journal
Palästina
Volume
9 (1912)
Issue
Heft 1
Article
Einige Vorschläge zur Förderung der Landwirtschaft in Palästina
Date
1912-01-01
Page
Seite 6 (sequence 5)
Language
German
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mögliche Organisationsform und es wird vielleicht eine andere geeignetere geben. Es wäre auch z. B. möglich, daß bei einem Zusammenarbeiten mit der bereits genannten Landwirtschaftsorganisation das Zustandekommen einer solchen Versuchsbetätigung leichter vonstatten gehen wird. Aber das Formale tut nichts zur Sache. Das Wesentliche dabei ist eine auf breiter Basis gegründete Versuchstätigkeit, zu der alle landwirtschaftlichen Kreiseherangezogen werden müssen. Eine weitere Aufgabe unserer Leitung wäre die Schaffung einer Art landwirtschaftlichen Insp ektorates, welches alle landwirtschaftlichen Verhältnisse studieren und überwachen sollte. Es ist wirklich sehr traurig, wenn wir noch immer in vielen Dingen auf Konsularberichte angewiesen sind. Wie nötig ein solcher Ueberwachungsdienst ist, dürfte sich aus der oben angeführten Schilderung einiger landwirtschaftlicher Verhältnisse deutlich ergeben. Die Aufgabe einer solchen Einrichtung wäre vor allem, alle landwirtschaftlichen Verhältnisse aufs genaueste zu studieren und die Resultate schriftlich im Berichte niederzulegen, dann Vorschläge betreffend notwendiger Maßnahmen zur Hebung der Landwirtschaft in den Kolonien zu machen. Eine weitere Aufgabe des Inspektorates wäre: die Absatz- und Marktverhältnisse der verschiedenen landwirtschaftlichen Produkte des Landes zu studieren. Gut informiert ist man diesbezüglich bis jetzt nur bezüglich des Weines, so ziemlich auch bezüglich der Orange, in Bezug auf alle anderen Produkte ist man nur sehr mangelhaft unterrichtet. Die Kenntnis der Marktverhältnisse des Weines und der Orange verdanken wir der rührigen Tätigkeit des Weinbausyndikates und des „Pardes", einer Orangenexportgenossenschaft zu Petach-Tikwah. Nötig wären solche Kenntnisse bezüglich der Mandeln. So weiß man noch immer nicht, welche Mandelsorten größere Aussicht auf gute Marktverhältnisse bieten, die dünnschaligen „Prinzeß" oder die dickschaligen griechischen Sorten, die zwar größere Erträgnisse, aber von geringerem Werte liefern. Man weiß auch info'gedessen nicht, welchen Sorten bei der Anpflanzung der Vorzug zu geben sei. Die Ursache dieser Unkenntnis liegt in der vorläufig noch geringen Produktion dieser Fruchtart und dem infolgedessen noch geringen Export. Jetzt befindet sich Palästina in Bezug auf die Mandelproduktion in aufsteigender Entwicklung und neue Pflanzungen werden fortwährend angelegt. Die Wahl der Sorte ist unter diesen Umständen schwer, namentlich mit Rücksicht auf die Marktverhältnisse.*) Studien dieser Art wären von großem Nutren für die Landwirtschaft. Ein weiteres Betätigungsgebiet für dieses Inspektorat wäre das Sammeln und Beobachten sämtlicher im Lande existierender Pflanzenschädlinge und die Publizierung der gegen diese zu ergreifenden Bekämpfungsmaßnahmen, soweit sie von anderen Ländern her bekannt sind. Spezielle Studien in dieser Richtung können natürlich in den Rahmen des Wirkungskreises solcher Beamten bei ihrer vielseitigen Tätigkeit nicht *) Zu bemerken wäre, daß die griechischen Sorten mit Rücksicht auf ihre Widerstandsfähigkeit gegen äußere Angriffe aller Art, wie Schädlinge und ungünstige Witterungsverhältnisse vorzuziehen wären. 6

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