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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Die Chalukah
Date
1910-01-01
Page
Seite 245 (sequence 4)
Language
German
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kottiert sie und arbeitet mit der Deutschen Bank! Obwohl nachweislich die ganze jüdische Bevölkerung aus der Existenz der judischen Bank den größten Nutzen zieht, obwohl die von den Orthodoxen bevorzugte Deutsche Bank für die Palästinenser Juden naturgemäß keinen Finger zum Guten rührt. Sapienti sat Wer aber immer noch daran glaubt, daß die den Chalukahjuden drohende Katastrophe in Palästina, die nur durch rege Auswanderung ständig hintangehalten wird, die interessierten Kreise zu einer energischen Aktion treiben könnte, den heilt vielleicht die Anführung folgenden Projektes der deutschen Orthodoxen. Diese Haupt- und Staatsaktion wird folgendermaßen eingeleitet: „Fast so unentbehrlich wie die Luft zum Atmen, noch unentbehrlicher als das Brot, ist das Wasser. In Jerusalem fließt kein Fluß, in der ganzen Stadt gibt es keinen Brunnen und keine Quelle." Also, dachte ich, wird die Palästinakommission der Orthodoxen die Wasserleitungsfrage lösen, wird dafür sorgen, daß die Aermsten in heißen Sommern nicht verdursten. Weit gefehlt! Die soziale Frage, die Wasserleitungsfrage wird mit einem Schlage auf furchtbar einfache Weise gelöst: Man baut eine Mikweb, ein religiöses Bad. Nicht als ob ich die Bedeutung eines modernen Bades (und ich hoffe, diese Mikweh wird ein solches) unterschätze, aber ich kann auch die Bedeutung nicht überschätzen. Die vitalen Interessen des jüdischen Volkes werden nicht durch die Badefrage tangiert. Die Eröffnung eines Bades, für das ein Bedürfnis besteht, könnte allein schon durch Private, denen eine kleine Subvention zugesagt wird, erfolgen. Die Gesetzestreuern von Frankfurt können eben keine volkswirtschaftliche Arbeit leisten. Für sie existieren immer ganz zuvorderst nur jene Dinge, die mit dem Kultus zusammenhängen, und nur sie werden einer liebevollen Erledigung gewiß sein. Daß die Begabung und das Interesse für volkswirtschaftliche Fragen bei den Orthodoxen so wenig ausgebildet ist, zeigt ja die ganze Geschichte der Chalukah. Es hätte dieses neuerlichen Beweises nicht mehr bedurft, aber der Chronist, der einst die Geschichte der Juden Palästinas schreibt, wird an solche Erscheinungen nicht kritiklos vorübergehen. Und auch jene, welche der heute in den Städten Palästinas lebenden Juden gedenken, werden gebeten, zu unterscheiden zwischen den Interessensphären der Chalukah und denen der Zionisten und des Hilfsvereines. Die verordnete Douche wird leider nicht so energisch sein, wie wir wünschen. Denn wir zeichnen leider in gewissem Sinne verantwortlich für die Mißwirtschaft der Chalukah. Wir loben Palästina bis über die Bohnen und müssen erleben, daß die Syrien Bereisenden sich mit Schauder vom gelobten Lande abwenden, weil die Chalukahjudenschaft den guten Eindruck der von zionistischem Geiste getragenen Siedlungen völlig ver- 245

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