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Palästina · 1910-01-01 · Heft 11-12 · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 11-12
Article
Die Chalukah
Date
1910-01-01
Page
Seite 246 (sequence 5)
Language
German
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wischt, weil das Häßliche und Dunkle leider stets das Gute in den Schatten stellt Aus diesen Gründen können wir jenes „System" nicht unkritisiert lassen. Nostra res agitur! Nicht nur der Zionismus leidet darunter; auch das Interesse der von der Chalukah unterstützten Judenschaft. Kaum eine jüdische Bevölkerungsschichte derWelt ist so traurig gestellt, ist so sehr in Armut versunken als jene Armen, mit denen die Chalukah paradiert. Gibt es Lichtblicke in unserer Sache? Gewiß. Wie schon Trietsch anführte, ist es das Verdienst, auf das die Chalukah so stolz ist und das der „Israelit" laut in die Welt hinausposaunt hat, daß sie ein so großes Proletariat in Palästina angesammelt und gehalten hat. Solange die Chalukah natürlich nicht für primitive Lebensverhältnisse dieser Menschen schafft, ist es ein höchst zweifelhaftes Verdienst, das sie sich um diese Menschen erworben hat. Es existiert aber die Möglichkeit, an den Chalukahjuden, die sich in Klima und Lebensgewohnheiten, Sitten und Sprache etc. eingelebt haben, ordentliche Arbeiter zu bekommen. Den Zionisten ist schon ein Anfang mit dem Bezalel gelungen, wo manche von ihnen Verdienst fanden. Die Zionisten werden mit der Zeit sich auch weiter der Opfer der Chalukah annehmen und sie zu brauchbaren Gliedern der menschlichen Gesellschaft erziehen. Ob die Chalukah selbst mit der Zeit eine Reform an Haupt und Gliedern herbeiführt, scheint für die nächste Zeit nach den heutigen Verhältnissen schwer glaubhaft. Vielleicht, daß es der öffentlichen Meinung gelingt, einen gewissen Druck auf sie auszuüben. Eine wirklich tatkräftige Aktion kann nur im Zusammengehen mit allen Interessenten geschehen. Der Anschluß an die AJKO. besagt, daß sich die Orthodoxen in ihrer „splendid isolation" nicht so wohl fühlen. Wenn die Erkenntnis in ihnen dämmert, daß die Separation von zionistischen und anderen sozialen Bestrebungen hauptsächlich auf Kosten der Aermsten der Armen geschehen muß, dann ist viel gewonnen . . . Im „Jahresbericht der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums" von 1909 findet sich die Bemerkung: „Die alten Methoden der wirtschaftlichen Fürsorge, sowohl wie die der geistig-religiösen Erziehung müssen den tiefgreifenden Wandlungen der Lage gegenüber mit Naturnotwendigkeit völlig versagen." Zu wünschen wäre eine wirkliche Reform der wirtschaftlichen Fürsorge, in jenem Sinne, den El. Auerbach jüngst mit den Worten bezeichnet hat: „Die Reform der Chalukah muß nicht nur eine bessere Verteilung der einlaufenden Gelder anstreben, sondern muß in wachsendem Maße die Gelder zur Ueberführung der jüngeren Elemente in produktive Berufe verwenden. So muß die Chalukah helfen, die Chalukah aufzuheben." Dr. Fei. Teilhaber. . 246

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