Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Eine Spitzenindustrie für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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gerade an der Beschäftigung möglichst vieler Arbeitskräfte haben, was hierbei meist ausgeschlossen ist. Die Kleinindustrie ist schon ein wenig im Lande vertreten und zeigt eine stetige Entwicklung. Sie paßt in die gegenwärtigen Verhältnisse Palästinas, und unsere Leute zeigen — wie überall — große Eignung dafür. Es ist zu wünschen, daß diesem Zweige unserer Kolonisationstätigkeit größere Aufmerksamkeit zugewendet werde — nicht etwa, um der landwirtschaftlichen Kolonisation Interesse, Kräfte und Mittel zu entziehen, sondern um für Palästina Menschen und Mittel heranzuziehen, die sich sonst anderen Ländern zuwenden würden. — In diesem Zweige der Industrie gibt es bereits Spezialitäten, bei denen die pro Arbeitskraft erforderlichen Geldmittel schon ziemlich gering sind. — Aber in der großen Mehrzahl der Fälle sind diese Mittel doch noch zu groß und die Entwicklung zu langsam. Auch ist — ebenfalls in der Mehrzahl der Fälle — die Produktion der Kleinindustrie unter den jetzigen Verhältnissen Palästinas zu sehr auf den Bedarf des Landes angewiesen und dieser ist noch gering. Wesentlich besser stehen hinsichtlich der pro Arbeitskraft erforderlichen geringen Anlagekosten die Hausindustrie und das Kunstgewerbe in vielen ihrer Zweige (wenn auch durchaus nicht in allen). Auf alle Fälle wird man auf diesem Gebiete und allenfalls auf dem der Kleinindustrie, nach den speziellen Industrien zu suchen haben, die für uns am wesentlichsten in Frage kommen und bei denen die folgenden Vorzüge (Vorzüge für unseren speziellen Fall) zusammentreffen : 1. Geringe Kapitalaufwendung pro Kopf im allgemeinen: speziell hinsichtlich Maschinerie, Lehrzeit, Materialkosten. 2. Eignung unserer Arbeitskräfte: speziell hinsichtlich des Grades der Inanspruchnahme physischer Kraft, resp. Intelligenz. 3. Absatzfähigkeit — besonders im Auslande: speziell hinsichtlich Charakter und Preis, Konkurrenzverhältnisse, Versandfähigkeit (z. B. Volumen), Ausdehnungsmöglichkeit. Nach dieser, vielleicht etwas weitschweifig scheinenden Einleitung, will ich nun auf den eigentlichen Gegenstand dieser Ausführungen eingehen und erst später — durch Heranziehung einer ganzen Reihe von prinzipiell ähnlichen (wenn auch nicht ganz so günstigen) Dingen dartun — daß es sich hier nicht um eine mehr oder weniger „kleine Einzelheit* handelt, die nun zu einer „Rettung der Lage" aufgebauscht 214