Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Eine Spitzenindustrie für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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einer sehr viel größeren Zahl von jüdischen Auswanderern geworden ist. Es fragt sich nun : wie ist der Erwerb zu beschaffen, der den Zehntausenden im Lande und den Zehntausenden, die da kommen sollen, eine Existenz bieten soll? Schaffung von Arbeitsmöglichkeit erfordert System und Geld. Auf ein System will ich hinweisen, aber das System würde uns noch wenig helfen, wenn es mit der Beschaffung großer Geldmittel zusammenhinge. Uns stehen ja keine größeren Geldmittel zur Verfügung. Die Millionen, die erforderlich sind, um die jüdische Bevölkerung Palästinas vor dem Verhungern zu schützen, oder um der Auswanderung aus Osteuropa ein Mindestmaß an Unterstützung zu bieten, gehen mit Not und Mühe ein, aber für den systematischen Ausbau der jüdischen Position in Palästina auf dem Wege der „Hilfe durch Arbeit" können wir — das ist eine Tatsache — vorläufig nur auf minimale Mittel rechnen. Unsere Aufgabe aber ist groß, und Zeit ist nicht zu verlieren, und sc ergibt sich das dreifach schwierige Problem: wie kann man mit einem Minimum an Mitteln in kürzester Frist ein Maximum an Wirkung erzielen? Soll unser System wirklich Wert haben, so muß es ein derartiges sein, daß wir baldigst in die Lage kommen, zu sagen : Mit den und den minimalen Mitteln haben wir in der und der Zeit einer solchen Zahl von Menschen zu lohnendem Erwerb verholfen. Werden diese Ziffern ermutigend sein, so scheint mir der immer schneilere Fortgang unserer Arbeit gesichert. Eines ist von vorneherein klar. Wenn es sich darum handelt, großen Schichten der Bevölkerung oder der Einwanderung mit einem Minimum pro Kopf und in kürzester Zeit Erwerb zu scharfen, so scheidet für diesen Zweck die landwirtschaftliche Kolonisation zunächst aus. Der Handel kommt für die Besitzlosen ebenfalls nicht in nennenswerter Weise in Frage, und so bleibt nur die Industrie (in ihrem weitesten Sinne). Nun gibt es sehr verschiedene Arten von Industrie. Hier seien nur unterschieden : die Großindustrie, die Kleinindustrie, die Hausindustrie und die kunstgewerbliche Industrie. Die Großindustrie arbeitet in der Hauptsache mit großen Mitteln, teuren Anlagen, beträchtlichen Materialkosten und wenig Menschen. Palästina ist dafür noch nicht reif, und wäre es anders, so würden wir doch nichts damit anfangen können, da wir ja weder die großen Mittel, noch ein Interesse an der „Einwanderung von Maschinenanlagen", sondern 213