Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Eine Spitzenindustrie für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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wird, sondern tatsächlich um den systematischen Weg, „das Beste* zu finden, das uns schnell und sicher zu den größten Fortschritten in unserer Palästinaarbeit verhelfen soll. Die besondere Spitzenindustrie, in der ich im Hinblick auf. die oben aufgestellten Erfordernisse den „idealen Fall" erblickte, zeichnet sich in folgenden Punkten wohl vor allem andern aus: Maschinerie: — eine gewöhnliche Nähnadel. Mit einem Aufwand von fünf Groschen ist also eine ganze Werkstatt in dieser Hinsicht versehen. Lehrzeit: — in einigen Stunden lernt ein kleines Mädchen von durchschnittlicher Intelligenz und Anstelligkeit bereits ein kleines Muster anfertigen, aus dessen Wiederholung sich schon die kostbarsten Arbeiten zusammenstellen lassen, sobald die entsprechende Uebung erreicht ist. Uebungszeit: — in etwa drei Wochen ist bereits ein für den Unterhalt genügender Lohn zu erzielen. Materiaikosten: — zirka fünf bis zehn Prozent des Arbeitslohnes in weitaus den meisten Fällen. Eignung unserer Arbeitskräfte: — steht für jede Art von Handfertigkeit fest und ist in diesem speziellen Falle bereits hinreichend erprobt. Physische Kraft ist weniger erforderlich als zu jeder anderen Sache. — Intelligenz und Sorgfalt hat vorzügliche Möglichkeit, durch höherwertige Arbeit den Verdienst zu steigern. Absatzfähigkeit: — das Produkt ist eine Luxusware und bei der jetzigen Tendenz des Weltmarktes bezüglich solcher Artikel eines großen und stets steigenden Absatzes so sicher als möglich. (Besonders weil die besondere Technik der palästinensischen Nadelspitze eine außerordentlich vielseitige Verwenr dung zuläßt.) Konkurrenzverhältnisse: — die Technik ist so gut wie unbekannt Die bedeutendsten Fachleute kennen sie in der Regel überhaupt nicht. Nachahmung ist hier weniger zu befürchten als wohl in jedem anderen Falle. Versandfähigkeit: — Artikel im Werte von einigen hundert und selbst einigen tausend Mark (bei solchen bester Qualität) sind leicht in der Tasche unterzu^ bringen. Ein Kilo solcher Spitzen kann mehrere 215