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Palästina · 1910-01-01 · Heft 9 · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 9
Article
Reisebeobachtungen und Informationen über Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 201 (sequence 3)
Language
German
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bei der 1KA. In der Art der Bewirtschaftung ist der Metayer vollständig unabhängig, wie ihm überhaupt die freie Bestimmung;seines Tuns und Lassens, aber auch die Verantwortung dafür gelassen ist. : Jede weitere Unterstützung außer dem Gelde, welches er sofort erhält und nach eigenem Ermessen verwenden kann, ist ausgeschlossen. .Die Vorteile dieses Systems sind ganz außerordentliche. Vor allem gehört hiezu die. Möglichkeit, welche dem Metayer geboten, wird, durch eigene Arbeit und eigenes Verdienst zu selbständigem Besitze, ja zu Wohlstand zu gelangen. Ein Kalkül, welches/sehr oft stimmen wird, möge dies veranschaulichen. Der Boden wird dem Metayer zum reinen Ankaufspreise ohne Aufrechnung der sehr bedeutenden Nebenkosten überlassen. Schon zur Zeit der Ueberlassung repräsentiert er einen höheren Wert, welcher durch die intensivere Bearbeitung des Bodens nach europäischer Art sich sehr bald verdoppelt, ja verdreifacht. Angesiedelt werden nur junge Leute, welche gar keine oder nur eine sehr kleine Familie haben, deren Haushaltungsbedürfriisse infolgedessen nicht sehr groß sind. Es ist damit die Möglichkeit zu kleinen Ersparnissen gegeben, welche den langsamen, stufenweisen Uebergang zu intensiver Kultur, zu den lohnenderen Pflanzungen ermöglichen. Aber auch ohne solche Ersparnisse wird ein Metayer, welcher mehrere Jahre auf seiner Stelle sitzt, also bereits einen Teil des Kapitales amortisiert und den Wert seines Bodens gehoben hat, die Möglichkeit haben, . zu billigen . Bedingungen einen kleinen Kredit zu bekommen und mit dessen Hiife stufenweise, etwa auf fünf Dunam jährlich, billige aber lohnende Pflanzungen z. B. Mandel- oder Oelbäume zu bauen. Nach Ablauf von 25 30 Jahren wird ein solcher Metayer nicht nur freier Eigentümer des größten Teiles seiner Stelle sein können, sondern er wird bis dahin, auch in der Lage sein, etwa V-. oder V* seines Besitzes in fruchttragende Pflanzungen umzuwandeln. Er wird dann Besitzer eines Vermögens von 20.000 30.000 Frcs., also nach örtlichen Begriffen ein reicher Bauer sein. Diese Rechnung hat allerdings manchmal einen Haken. Die IKA mißt das Geld für die Gebäude, für Inventar, Saatgut und Erhaltungskosten bis zur ersten Ernte etwas knapp zu. Ist nun die Ernte in den ersten Jahren ganz oder teilweise mißraten, so gerät der Metayer leicht in drückende Schulden, welche bei dem hohen landesüblichen Zinsfuße die geschilderte günstige Entwicklung seiner materiellen Verhältnisse leicht hemmen oder ganz verhindern können. Ein weiterer Vorteil des Metayagesystems gegenüber den bisherigen Systemen ist moralischer Natur. Die Unterstützungswirtschaft ist ausgeschlossen. Es ist nicht mehr möglich, daß Idealisten direkt zu Schnorrern herangezüchtet werden. Der Erfolg hängt nur vom Fleiße, der Ausdauer und der Sorgfa't des Metayer seiber ab, und dies gibt den Ansporn zur Anspannung aller Kräfte, . Der wichtigste Vorteil aber ist-meiner Ansicht nach, daß durch das Metayagesystem den „Ze' irim" die Möglichkeit gegeben wird, .i m Lande zu bleiben und auf dem Boden sich eine Existenz zu schafren, sowie den Landarbeitern, aus ihrer trostlosen Lage^ welche ich bald schildern werde, zu selbständigen wohlhabenden Ansiedlern emporzusteigen. Dur.cb 201

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