Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Erwerbsaussichten für jüdische Einwanderer in Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 7)
- Language
- German
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werden sich wahrscheinlich die jüdischen Kolonien auch zur Anstellung von Tierärzten gegen festes Gehalt entschließen. Es ist möglich, daß die jüdischen Kolonisationsgesellschaften hierzu eine Beihilfe gewähren. Dagegen ist es ausgeschlossen, daß die jüdischen Kolonien schon jetzt auf brieflichem Wege einen Tierarzt aus Europa engagieren. . Juristen haben nur dann Aussicht auf Praxis, wenn sie des türkischen Rechtes und der türkischen und arabischen Sprache mächtig sind. V. Frauenberufe. Kindergärtnerinnen werden für die in letzter Zeit an Zahl und Bedeutung immer mehr zunehmenden Kindergärten in erheblicher Anzahl verlangt, doch wird der größte Teil der Stellungen durch Mädchen aus der palästinensischen Bevölkerung selbst besetzt. Die größte Zahl der palästinensischen Kindergärten wird vom Hilfsverein der Deutschen Juden in Berlin, Steglitzerstraße 12, unterhalten. Es empfiehlt sich für die Bewerberinnen, zunächst bei diesem Verein anzufragen, ob offene Stellen vorhanden sind. Die ausschließliche Sprache in den Kindergärten ist das Hebräische, dessen gründliche Kenntnis für die Kindergärtnerinnen unentbehrlichist. Krankenpflegerinnen. Es gibt in Jerusalem mehrere Hospitäler und in Jaffa, Saffed und in den jüdischen Kolonien Rischon le Zion und Sichron Jacob je ein jüdisches Hospital. Ein Hospital in Jerusalem und das Hospital in Jaffa haben bereits in Europa ausgebildete Krankenschwestern, die übrigen Hospitäler noch nicht. Bei dem einen oder dem andern Hospital werden einige kräftige, gesunde Krankenpflegerinnen bei bescheidenen Ansprüchen voraussichtlich noch eine Stellung finden können. Außer freier Wohnung wird eine monatliche Vergütung von zirka 50 Frcs. gewährt. Als Sprache ist die jüdische oder deutsche ausreichend, doch ist die Kenntnis der hebräischen, französischen und arabischen Sprache wünschenswert. Lehrerinnen. Europäisch gebildete Lehrerinnen sind an folgenden palästinensischen Schulen angestellt: 1. An der Mädchenschule der Alliance Israelite Universelle in Jerusalem; Unterrichtssprache: Französisch. 2. An der Evelyn of Rothschild Schoo! for girls in Jerusalem; Unterrichtssprache: Englisch. 3. An der Mädchenschule des Odessaer Komitees in Jaffa; Unterrichtssprache: Hebräisch. 4. An der Mädchenschule des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Jerusalem; Unterrichtssprache: Deutsch und Hebräisch. Auch an einigen Knabenschulen oder gemischten Schulen, wie z. B. dem Hebräischen Gymnasium in Jaffa (Adresse: Gymnasia Ibrith, Jaffa) sind Lehrerinnen für Elementarfächer oder fremde Sprachen (Französisch, Deutsch) tätig. Die Schulen der Alliance stellen fast ausschließlich solche Lehrerinnen an, die in dem Lehrerseminar der Ailiance in Paris ausgebildet oder selbst aus einer Allianceschule hervorgegangen sind. Die Evelyn of Rothschild School verlangt von ihren Lehrerinnen die Beherrschung des Englischen und Religiosität im Sinne des traditionellen Judentums. Bewerbungen sind zu richten an die Leiterin Miss Annie Landau in Jerusalem. Die Mädchenschule des Odessaer Komitees ist in jüdisch-nationalem Sinne geleitet. Die Beherrschung des Hebräischen als Umgangssprache ist für die Lehrerin durchaus erforderlich. Bewerbungen sind zu richten an den Leiter Dr. Turoff in Jaffa. 192