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Palästina · 1910-01-01 · Heft 9 · p. Seite 190

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 9
Article
Erwerbsaussichten für jüdische Einwanderer in Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 190 (sequence 5)
Language
German
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daneben wird auch die Kenntnis der hebräischen, englischen oder deutschen Sprache verlangt. Das Gehalt schwankt von 60 bis 250 Franc* monatlich. Im Detailhandel sind durch die große Einwanderung aus Osteuropa, die hi den letzten Jahren stattfand, alle Erwerbszweige überfüllt. Ladenangestellte werden hur in sehr geringer Zahl gebraucht,und die wenigen Stellen werden durch Leute in Palästina, die des Arabischen mächtig sind und für sehr geringes Gehalt (30 bis 50 Frcs.) arbeiten, besetzt. hn Fuhrwesen können vielleicht noch Juden Erwerb finden, entweder als Droschkenbesitzer in den Städten öder für Personenverkehr über Land, insbesondere für Reiseverbindung mit den jüdischen Kolonien. Hotels sind zwar in den Städten und den größeren jüdischen Kolonien bereits vorhanden, doch ist das Hotelwesen noch weiterer Ausdehnung fähig. In einigen Städten, z. B. in Tiberias, hätten europäisch eingerichtete, komfoi table und saubere Hotels Aussicht auf einen gioßen Kundenkreis. Auch in einzelnen Kolonien besteht noch dasBedüifnis nach kleinen und sauberen Hotels. Ebenso könnten Sanatorien und Erholungsheime, die bisher in Palästina gar nicht vorhanden sind, an schönen Punkten des Landes auf zahlreiche Besucher rechnen. Badeanstalten für warme Bäder und Douchen könnten an vielen Orten errichtet werden und einen bescheidenen Verdienst abwerfen. IV. Erwerbsaussichten in den höhern Berufen. A e r z t e. Für einige tüchtige Aerzte, insbesondere Spezialisten für Augen- Ohren-, Frauen- und Kinderkrankheiten, dürfte in Palästina noch Platz sein. In Jerusalem ist die Zahl der Aerzte hinreichend, da hit* die Hospitäler aller Konfessionen konzentriert sind. In Haifa hat sich kürzlich ein jüdischer Arct niedergelassen. Dagegen kommen für die Niederlassung die Städte Tiberias und Saffed noch in Betracht. In den großen jüdischen Kolonien gibt es bereits Aerzte, doch findet möglicherweise auch in einer kleineren Kolonie ein Arzt bei bescheidenen Ansprüchen noch genügend Praxis. Die türkische Gesetzgebung verlangt von einem Arzt, der in der Türkei praktiziert, daß er vor einer Prüfungskommission in Konstantinopel sein Examen ab'egt, doch wird diese Vorschrift nicht streng gehandhabt, und es gibt in Palästina mehrere Aerzte, welche diese Prüfung nicht gemacht haben. Immerhin gewährt die bestandene Prüfung den Behörden gegenüber eine bessere Stellung. Die Prüfung bietet für denjenigen, der in Europa sein Examen gemacht hat und der französischen Sprache mächtig ist, keine Schwierigkeit. Für Piüfungsgebühren und für die Kosten eines, etwa zweiwöchentlichen Aufenthalts in Konstantinopel sind ungefähr 600 Frcs. erforderlich. Aerzte, die bereits einige Zeit in Palästina sind und sich hier bekannt gemacht gemacht haben, haben Aussicht, in einem Hospital oder in einer jüdischen Kolonie mit einem Gehalt von 2000 bis 4000 Frcs. und dem Rechte der Ausübung von Privatpraxis angestellt zu werden. Dagegen ist eine solche Anstellung von Europa aus auf brieflichem Wege nicht zu erlangen. Apotheken sind in jeder Stadt und in fast jeder Kolonie vorhanden- Heilpersonal kann in der hiesigen Bevölkerung gefunden werden. Als Sprache ist für einen Arzt das Deutsche oder Jüdische ausreichend, daneben ist die Kenntnis der französischen, hebräischen und arabischen Sprache erwünscht Die Gebühren für eine Konsultation in der Sprechstunde betragen 1.— bis 1.50 Frcs., für einen Besuch im Hause 2.— bis 4.— Frcs. 1'90

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