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Palästina · 1910-01-01 · Heft 9 · p. Seite 188

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 9
Article
Erwerbsaussichten für jüdische Einwanderer in Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 188 (sequence 3)
Language
German
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& bis 10 Jahren)- kann man vom Dunam 15. bis 20 Frcs. Nettoverdienst rechnen. . Alle Einzelheiten über die Anlage, die Kosten und die Erträge von Pflanzungen sind vom Palästinaamt in Jaffa in einer besonderen Broschüre zusammengestellt worden, die auf Wunsch an Interessenten unentgeltlich versandt wird. 4. Leute mit 25.000 Frcs. Vermöge n. können eine gemischte Wirtschaft (Körnerbau und Pflanzungen) einrichten, u. zw. in folgender Weise: 1. Als Hauptwirtschaft Körnerbau auf 200—259. Dunam mit Haltung einiger Milchkühe und daneben auf 100 Dunam Pflanzung von Mandeln, Eukalyptus, Oliven. Dies empfiehlt sich für Leute, die sofort nach Palästina kommen wollen, deshalb sofort Erträge haben müssen, wie sie der Körnerbau liefert, und imstande sind, körpe'lich zu arbeiten. 2. Als Hauptwirtschaft eine Pflanzung von 200 Dunam Mandeln, Eukalyptus, Oliven, deren Anlage durch Vertrag einer Gesellschaft oder einem Kolonisten in Palästina übertragen wird und daneben Körnerbau auf 100 Dunam. Dies empfiehlt sich für Leute, die noch 4—5 Jahre in Europa bU-iben wollen und in Palästina keine schwere körperliche Arbeit leisten können. Die gemischte Wirtschaft bietet den Vorteil, daß man in Jahren, wö das Getreide mißrät, gute Erträge von den Pflanzungen haben kann, und umgekehrt. Außerdem gibt die gemischte Wirtschaft das ganze Jahr hindurch ziemlich gleichmäßig Beschäftigung, während der Kolonist, der nur Pflanzungen besitzt, mehrere Monate im fahre keine Arbeit hat. 5. Leute mit ca. 60.0C0 bts 80.C0Ö Frcs. Vermögen können: 1. eine Orangenpflanzung auf 60 bis 70 Dunam anlegen. Eine solche Pflanzung erfordert 50.000 bis 69.000 Frcs., wozu noch etwa 12.000 bis 20.000 Frcs. für den Lebensunterhalt auf 6 bis 7 Jahre kommen. Nach 6 b;s 7 Jahren trägt die Pflanzung Frucht und bringt dann 6000 bis 8000 Frcs jährlich. 2. eine Gutwirtschaft mit Körnerbau auf etwa 500 Dunam und Mandel- und Olivenpflanzungen auf 150 bis 200 Dunam errichten. Auch hiervon läßt sich ein Einkommen von 6000 bis 8000 Frcs. erzielen, nämlich 3000 bis 40G0 Frcs. vom Körnerbau und ebensoviel von den Pflanzungen, sobald diese nach 5 bis 6 Jahren Frucht tragen. II. Erwerbsaussichten in Handwerk und Industrie. Die geringen Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung und die Beschränktheit des lokalen Marktes einerseits, der verhältnismäßig niedrige Zoll (11% des Wertes für sämtliche Produkte) anderseits, der den Import der in den Zentren des europäischen und amerikanischen Großbetriebs hergestellten Piodukte sehr erleichtert, halten die Entwicklung des Handr werks und der Industrie in Palästina auf. Gerade jene Handwerkszweige, in denen die Juden Osteuropas zahlreich vertreten sind,, an. erster Stelle das Schneider- und Schusterhandwerk, sind in Palästina schon ziemlich überfüllt. Neuen Einwanderern bieten diese Berufe kaum Aussicht auf Erwerb. Eine Ausnahme bilden besonders geschickte und tüchtige Handwerker, welche stets Beschäftigung finden, und zwar nicht auf Kosten der im Lande bereits wirkenden jüdischen Berufsgenossen, sondern indem sie neue Kundenkreise erwerben und mit ihrer guten Arbeit ausländische Fabrikate verdrängen. So könnten z. B. mehrere tüchtige Damenschneider in Jaffa, Haifa und Jerusalem wahrscheinlich Erwerb finden. Klempner, Schmiede, Schlosser, Uhrmacher, Goldschmiede, Glaser sind ebenfalls bereits .ziemlich zahlreich vertreten, sowohl unter den alteingesessenen sephardische i, wie unter den in den letzten Jahren eingewanderten europäischen Juden und unter den Arabern, die beispielsweise 188

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