Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Jüdische Frauenarbeit für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Beschaffung der Mittel. Wir kommen nun zur schwierigsten Frage, nämlich zur Frage der Beschaffung der Mittel. Darüber müssen wir uns von Anfang an klar sein, daß eine Frauenorganisation für Palästina große Mittel aufbringen muß, wenn sie einerseits etwas Ersprießliches leisten, andererseits den großen Apparat rechtfertigen soll, den sie ins Leben ruft. Wir müssen also von vornherein bedacht sein, ein System zu finden, das uns die Arbeit in großem und steigendem Maßstabe ermöglichen soll. Wir haben oben bei Gelegenheit der „Chalükah" erwähnt, daß es mit Geld allein nicht getan ist, sondern daß auch ein System und Arbeit dazu gehört. Das System haben wir gezeigt. Kein Zweifel, daß im Laufe der Arbeit viele neue Aufgaben sich ergeben werden, die sich von selbst dem oben skizzierten Plane einfügen und ihn wertvoller machen werden. Aber im großen und ganzen ist die Richtung gegeben. Die Arbeit hoffen wir ebenfalls leisten zu können. Wir sind überzeugt und haben bereits vielfache Beweise dafür, daß es an Kräften nicht fehlen wird, die sich freudig den großen, hier erörterten Aufgaben widmen werden. Wenn wir nun aber meinen, daß für System und Arbeit gesorgt sein dürfte, so ist jetzt unsere dringendste Aufgabe, die Mittel zu beschaffen, die allein die Arbeit und die Durchführung des Systems ermöglichen können. Die einfachste und selbstverständlichste Art der Geldbeschaffung beruht in den Mitgliedsbeiträgen. Um diese Beiträge wirklich nennenswert zu gestalten, ist es notwendig, in jedem Lande eine Zentralstelle und an jedem Orte einen Lokalverein,, resp. Ortsgruppe zu gründen, innerhalb deren die Einzelarbeit zu leisten ist. Auf diesem Wege können bei geeigneter Propaganda recht große Mittel flüssig gemacht werden. Aber hierauf dürfen wir uns nicht beschränken. Wir müssen von Zeit zu Zeit die speziellen Zwecke, die größere Geldmittel beanspruchen, in die Öffentlichkeit bringen und spezielle Sammlungen einleiten. Außerdem müssen wir versuchen, sowohl auf dem Gebiete der Hausindustrie, wie bezüglich der Ansiedlung von Arbeitern auf dem Lande geschäftsmäßige Formen des Vorgehens zu finden, an denen Beteiligungen auch größeren Maßstabes möglich sind. Schließlich aber müssen wir von vornherein damit rechnen, daß wir allein schwerlich große Fortschritte machen können — und besonders gilt dies für den Anfang — wenn wir nicht die Unterstützung und die Mitarbeit der jüdischen Organisationen finden,, die bereits 166