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Palästina · 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 162

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 8
Article
Jüdische Frauenarbeit für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 162 (sequence 5)
Language
German
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chische Regierung hat zur Hebung der armen Bevölkerung in manchen Distrikten, besonders Galiziens, die hausindustrielle Herstellung, von Häkelspitzen („irische") organisiert, und der jüdische „Galizische Hilfsverein" hat es sich angelegen sein lassen, diese Einrichtung auch für die jüdische Bevölkerung Galiziens auszunützen, indem er jüdische Lehrerinnen ausbilden ließ, die jüdische Mädchen auszubilden hatten. In diesem für uns besonders lehrreichen Falle genügte eine Lehrzeit von drei Wochen, um die Mädchen auf einen Verdienst von einem Frank pro Tag und später mehr zu bringen. Gerade in der letzten Zeit ist zwar in diesem speziellen Artikel eine Preisverminderung eingetreten, doch war ja keineswegs das beste System und der gangbarste Artikel gewählt worden. Heute schon werden in Palästina (meist von der nichtjüdischen Landbevölkerung) kleine Häkelarbeiten und sogenannte „Nadelspitzen" hergestellt, und teils nach Konstantinopel, teils nach Amerika zu guten Preisen verkauft. Es handelt sich nur darum, diese Anfänge zu Hausindustrien auszubauen und eventuell darüber hinaus einige tüchtige Handarbeitslehrerinnen nach Palästina zu entsenden, die von den Freundinnen unseres Werkes mit Anregungen und Ratschlägen versehen werden würden. Eine einzige brauchbare Anregung kann in solchen Fälle nmehr wirken, als die größten Anstrengungen geldkräftiger Organisationen.*) Ein großer Vorzug gerade der Beschäftigung in solchen handarbeitsmäßig.en Industrien liegt auch darin, daß maschinelle Vorrichtungen nicht nötig sind, und daß das Material im Verhältnis zum Arbeitslohn eine ganz minimale Rolle spielt. Es könnte eingewendet werden, daß vielfach mit solchen Industrien die Ausbeutung der Arbeitskraft Hand in Hand geht, aber das kann auch wohl vermieden werden. So kann beispielsweise eine genossenschaftliche Organisation der Heimarbeiterinnen ihre eigene Verkaufsstelle in Jerusalem und anderen großen Touristenplätzen (auch Ägyptens) unterhalten, wodurch dann der volle Arbeitsertrag den Produzenten zufließen würde. Nach allem, was es heute schon in den genannten Plätzen an solchen Verkaufsstellen und Spezialartikeln gibt, ist der Erfolg eines *) Durch die Blätter ging kürzlich die folgende Notiz, die dem oben gesagten als Illustration dienen mag: „Auf dem Marktplatz des Fleckens Eiterlein im sächsischen Erzgebirge soll demnächst ein Barbara Uttmann-Denkmal errichtet werden. Barbara Uttmann aus Elterlem war die Frau, die im Jahre 1561 ihren Mitbürgerinnen zu Annaberg die (von einer Brabantnerin erlernte) Spitzen-KIöpelei beigebracht und damit den Grund zu einem Erwerbszweige gelegt hat, der seitdem vielen Tausenden Menschen in jener Gegend zum Wohlstand verholfen hat." 162

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