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Palästina · 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 8
Article
Jüdische Frauenarbeit für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 160 (sequence 3)
Language
German
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zu leben und zu wirken. Mit verhältnismäßig geringen Mitteln ließe sich in dieser Hinsicht Bedeutendes leisten. Das geeignete Vorgehen in dieser Sache dürfte darin bestehen, einige Krankenpflegerinnen speziell im Hinblick auf die palästinensischen Verhältnisse auszubilden und nach Palästina zu entsenden, wo sie Einheimische — natürlich unter Mitwirkung dortiger Ärzte und event. in Anlehnung an den Dienst in den dortigen Krankenzimmern — auszubilden hätten. Es wäre dann eine Zentrale für diesen Pflegedienst in Gestalt eines Frauen heims zu begründen, das .nicht nur für Krankenschwestern, sondern auch für die bei der Armenpflege beschäftigten Kräfte zu dienen haben würde. Auch in Palästina selbst gibt es übrigens zahlreiche Mädchen und Frauen, die sich gern. diesem Dienste widmen würden, so daß es an verfügbaren Hilfskräften sicherlich! picht fehlen dürfte. Das Schulwesen in Palästina steht heute schon auf wesentlich! höherer Stufe, als noch vor einigen Jahren. Die Einwanderung bemittelter Elemente, die in den letzten beiden Jahren stattgefunden hat, gab Veranlassung zu ganz wesentlichen Verbesserungen. Es gibt heute schon eine Art Gymnasium in Jaffa, in dem Knaben und Mädchen zusammen unterrichtet werden. Der „H i 1 f s v e r e i n der deutschen Juden" unterstützt eine ganze Anzahl von Kindergärten und Schulen, und auch Privatlehrer und Privatlehrerinnen, die eine europäische Ausbildung besitzen, haben ein ziemliches Arbeitsgebiet. Aber alles das ist gegenüber den großen Aufgaben, die Palästina mit seiner zahlreichen jüdischen Bevölkerung bietet, doch nur ein Anfang. Besonders die Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen sind vielfach nur im Lande ausgebildet, und einige wohlgeschulte Kräfte, die von Europa nach Palästina gehen würden, fänden dort, sowohl im direkten Unterricht als auch in der Ausbildung weiterer Kräfte, hinreichend zu tun. Aber auch außerhalb des eigentlichen Schulwesens ist in Palästina mancherlei Aufklärungsarbeit zu leisten. Kurse, resp. Vortragsabende über Hygiene und dgl. könnten segensreich wirken und würden manchem Übel an der Wurzel abhelfen. Speziell könnte hier auf die Notwendigkeit der Körperpflege, der Reinlichkeit im Hause u. s. w. hingewiesen werden. Die Behandlung der Kinder liegt noch ziemlich im argen. Die täglichen Maßnahmen, die ein Aufkommen der für diese Gegenden typischen Augenkrankheiten verhindern, sind noch viel zu wenig bekannt und geübt, obgleich sie einfach genug sind und absolut wirksam wären. Solcherlei Aufklärungen würden viel besser von Frauen beigebracht werden können, als 16Ö

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