Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 7 (1910)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Jüdische Frauenarbeit für Palästina
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 159 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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meidlichen Ausgaben, die nur in der letzteren Form meist zu spät kommen. Die Krankenpflege ist gleichfalls von größter Bedeutung. Man bedenke, daß z. B. Jaffa mit seiner stark anwachsenden jüdischen Bevölkerung noch immer dasselbe Hospital hat wie vor 15 Jahren, und daß sogar dieses häufig aus Mangel an Mitteln geschlossen werden muß (!) — Ein geschlossenes Hospital in einer Stadt mit 10.000 Juden, mit einer Anzahl von Kolonien in der Umgebung und mit einer Einwanderung, die doch manchmal ebenfalls Hospitalsfürsorge erfordert! — Es ist noch in diesem Jahre (wie stets in den letzten Jahren) vorgekommen, daß man zu Pessach das Hospital geschlossen haty weil gerade die Feiertage eine größere finanzielle Inanspruchnahme bedeutet hätten, der man nicht gewachsen war, und noch ist keine Besserung dieser Zustände abzusehen. Diese „Pessachferien" dienen dann meist zum Anlaß, das Hospital gleich einige Monate geschlossen zu halten, bis mit dem Hochsommer auch die „Hochsaison" der Krankheiten beginnt und die Öffnung des Hospitals sich absolut nicht weiter aufschieben läßt. In Jerusalem gibt es vier Hospitäler, die nicht Mittel genug besitzen, um auch nur entfernt alle die dringenden Fälle berücksichtigen zu können, die eine so große und dabei so elende jüdische Bevölkerung aufzuweisen hat. Selbst das schöne große Hospital „Scha'are Zedek" ist (wegen zu geringer Mittel) kaum in der Lage, die Hälfte der Kranken aufzunehmen, für die das mustergültig gebaute und vorzüglich gehaltene Institut Raum hat. ,— Andererseits herrscht in den anderen Spitälern oft eine ÜberfüÜung, die ebenfalls nicht gerade zweckdienlich ist. I»S>af e d,bei einer jüdischen Bevölkerung von 8000 Seelen, Wird jetzt erst ein Hospital gebaut. In T i b e r i a s, einer Stadt mit 7000 Juden, die bei ihrer großen Armut und primitiven Lebensweise besonders viel unter dem heißen Klima gerade dieser Gegend zu leiden haben., ist für Hospitalspflege wohl kaum vorgesorgt. Die Nähe einer ganzen Anzahl von jüdischen Kolonien macht den Übelstand in den beiden letztgenannten Städten besonders fühlbar. Es; ist also noch außerordentlich viel zu tun, um auch nur für die Hospitäler zu sorgen, die im Lande noch fehlen, oder ausgestaltet werden müssen. Aber mit den Hospitälern allein ist es noch nicht getan; es fehlt vor allem auch an Krankenschwestern und Pflegerinnen. Hier, wäre ein großes und wichtiges Arbeitsfeld gegeben, Es würde sicherlich leicht sein, die nötige Anzahl von Pflegerinnen zu finden, die gern nach Palästina gehen möchten, wenn ihnen nur die Möglichkeit geboten würde, dort 159