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Palästina · 1910-01-01 · Heft 8 · p. Seite 158

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Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 8
Article
Jüdische Frauenarbeit für Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 158 (sequence 1)
Language
German
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Jüdische Frauenarbeit für Palästina.*) Von Davis Trietsch-Beriin. IL Wenn wir von einem Fürsorgedienst sprechen, der für Palästina zu organisieren wäre, so stehen wir zunächst der großen Aufgabe gegenüber, die Armenpflege und Krankenpflege uns bieten. Wir haben im vorigen Abschnitte erwähnt, daß von christlicher Seite in einem geringen Umfange schon jetzt eine solche Tätigkeit in Jerusalem entfaltet wird. In Europa sind uns viele solcher Einrichtungen zugänglich. Es gibt in großen Städten eine organisierte Armenpflege, und speziell in England und Amerika hat die Heilsarmee Großes dadurch geleistet, daß sie dieser Arbeit ihre Aufmerksamkeit zuwandte. Ihre Pflegetätigkeit geht von dem Grundgedanken aus, daß es besser ist, die Entstehung von Schäden zu verhindern, als entstandene Schäden zu heilen. Rationelle Armenpflege kann fast ohne Mittel, nur durch Indienststellung erfahrener, tätiger und liebevoller Frauen zahlreiche Familien vor der Verwahrlosung in ihren vielen Formen schützen. Den Armen und besonders den Heruntergekommenen geht meist die Energie verloren, gegen ein weiteres Abwärtsgleiten anzukämpfen. Freundlicher Zuspruch, Raterteilung, Mit-Zugreifen kann da vieles bessern und häufig den Verfall aufhalten. Wir haben Schilderungen von Londoner „Slums" gelesen und an vielen einzelnen Beispielen erfahren, was die Botinnen der Heilsarmee ohne Geld — nur durch Arbeit und Rat — aus den verwahrlosesten Wohnlöchern gemacht haben. Wenn es uns gelingt, in Jerusalem einen ähnlichen Dienst zu organisieren, so könnten wir davon die besten Erfolge erhoffen. Die Judenquartiere, besonders im Innern der Stadt, sind vielfach fürchterlich. Es gibt Wohnungen, die halb in der Erde liegen; dunkle Keller werden von einer Anzahl von Familien bewohnt. Daß hier Brutstätten von Krankheiten gegeben sind, kann nicht wunder nehmen, und was Wohnungshygiene bewirken kann, darüber ist heute kaum noch ein Wort zu verlieren. Werden dann außerdem noch Mittel zur Verfügung gestellt, um in Fällen ganz krasser Not mit dem Allerdringendsten helfen zu können, so wäre das von außerordentlicher Bedeutung. Was hier an der Quelle des Übels an Geldmitteln ausgegeben wird, ist schließlich eine Ersparnis an Hospitalspflege und ähnlichen, doch unver- *) Siehe Artikel in Nr. 6-7. 15S

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