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Palästina · 1910-01-01 · Heft 6-7 · p. Seite 111

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 6-7
Article
Eine Siedlungsgenossenschaft in Palästina
Date
1910-01-01
Page
Seite 111 (sequence 5)
Language
German
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der Beauftragte des Komitees. Im übrigen wird man sobald wie möglich die Arbeiter in Untergenossenschaften, Konsumverein, Kreditkasse, Zuchtgenossenschaft, Absatzverein usw. zur Selbständigkeit erziehen. Sobald einer der Arbeiter sich verheiratet, erhält er auf Wunsch eine kleine Fläche zu Sonderpacht. Die für den Hausbau und . die ..Einrichtung erforderlichen Geldmittel hat er selbst aufzubringen, hoffentlich durch Vermittlung einer Kreditkasse, die den Hauptstock ihres Kapitals vom Genossenschaftsfonds und Nationalfonds erhält. Keinesfalls leiht eine dieser Institutionen direkt an den einzelnen Mann, sondern nur an die Kreditkasse, die als Gesamtheit für seine Verpflichtungen haftet. Da ich volle Freiheit der Entschlüsse wünsche, so werde ich es dem Arbeiter überlassen, ob er nur eine Arbeiterstelle nimmt, das heißt eine Fläche, nicht größer, -als -hr tten "Feierstunden und mit Hilfe seiner Frau bestellt werden kann, während der Hauptteil seiner Arbeit nach wie vor im Großbetriebe erfolgt — oder ob er eine Kleinbauernstelle wünscht, auf der er sich unter eigener Verantwortung ernährt und dem Großbetrieb nur gegen ortsüblichen Lohn in Zeiten größeren Arbeitsbedarfes sich frei zur Verfügung stellt. Ganz das gleiche Verfahren soll gegenüber allen von außen kommenden Ansiedlern gelten, die von Landwirtschaft, Gewerbe, Handel oder freien Berufen zu existieren beabsichtigen. Auch sie erhalten das nötige Bau^ und Gartenland -zum Selbstkostenpreise mit einem geringen Verwaltungsaufschlag, haben das nötige Bau- und Inventarkapital selbst, eventuell durch Vermittlung der Kreditkasse aufzubringen und sind für ihr Gedeihen unbedingt selbst verantwortlich. Selbstverständlich haben sie sämtlich der Genossenschaft als Mitglieder beizutreten und die Anteile und Steuern mitaufzubringen. Was den Zentralbetrieb anbelangt, so wird er in dem Maße, wie neue Arbeitskräfte dazutreten, nach Möglichkeit intensiver gestaltet werden. Ich nehme an, daß auf diese Weise sich auf beschränktem Räume in kurzer Zeit eine relativ dichte Bevölkerung ansiedeln lassen wird. Das sind die Grundzüge des Gedankens. Näheres kann ich erst angeben, wenn ich Größe, Lage und Beschaffenheit des ausgewählten Objekts genau kenne. Vielleicht kann ich Ihnen im Laufe des Sommers schon nähere Angaben machen." Wie aus dem Briefe hervorgeht, rechnet . Oppenheimer auf Zuzug von Angehörigen nichtlandwirtschaftlicher Berufe und Aufnahme derselben in die Genossenschaft. Erst dadurch wird, seiner Theorie zufolge, die Arbeiterproduktivgenossenschaft zu einer Siedlungsgenossenschaft. Der Zuzug von Konsumenten ermöglicht den Uebergang zu immer intensiverem Betrieb der Landwirtschaft, d. h. Verwendung neuer Kräfte (was allerdings in Palästina durch die landwirtschaftlichen Steuergesetze sehr erih

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