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Palästina · 1910-01-01 · Heft 1 · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
7 (1910)
Issue
Heft 1
Article
Ein Land, darinnen Milch und Honig fliesst
Date
1910-01-01
Page
Seite 6 (sequence 3)
Language
German
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jähr gibt, wenn Grünfutter da ist, erhellt daraus, dass eine gute Milchkuh alsdann bis 18 1 und eine Ziege bis 3 1 täglich gibt. Dann mögen Bauer und Beduine mit Hiob noch heute davon reden, dass sie „ihre Schritte in Dickmilch baden" (Hiob 29, 6); dann tun sie sich gütlich in der Süss- und in der Dickmilch; namentlich von dem läbän, der dicken sauren Milch, sahen wir als ihre Gäste sie Unmengen vertilgen, so dass wir uns als Waisenknaben dagegen vorkamen; es ist eben für ihren Gaumen eine Leckerei, während unsern Appetit der Gedanke nicht förderte, dass die Säure der Milch ständig durch die in Schüsseln und Krügen verbleibenden Rester fortgeerbt wird. Aber schon im Mai, wenn die Weiden vertrocknen, wird Schmalhans Küchenmeister für Menschen und Vieh. Dann zieht der Rindviehbesitzer mühselig von einem Orte zum andern; Ziegen und Schafe sind besser daran, sie finden auch dann noch im Gebirge ihre kärgliche Nahrung am Gestrüpp und den Resten ehemaliger Waldungen; allerdings wird dieses Naschen mit daran schuld, dass der Nachwuchs der Wälder auf dem Gebirge systematisch unterbunden ist. Es muss wohl im alten Israel besser mit der Vieh- und Milchwirtschaft gestanden haben. Möglich, dass die klimatischen Bedingungen, wenigstens die Bewässerungsverhältnisse, günstiger waren; möglich auch, dass die Israeliten, von den Erinnerungen der Nomadenzeit geleitet, die klimatischen Schwierigkeiten, falls sie dieselben waren wie heute, erfolgreicher überstanden und für die regenlose Sommerzeit auf reicheren Futtervorrat bedacht waren. Jedenfalls lassen sich Stellen wie Hiob 29, 6 (s. o.) oder 1. Mose 49, 12: „Judas Zähne sind weiss von Milch" dafür verwenden. Aber wie steht und stand es mit dem Honig? Es ist mit den Bienen heute wie mit dem Milchvieh. Nach einer Zeit intensiver Tätigkeit bringen die fünf blütenarmen Monate nur spärliche Erträge. Dennoch trifft man bei vielen Dörfern, zumal an der Küste und im Gebirge, Bienenstände; als Stock dienen primitive Tonröhren oder -kruken, die vorne ein Flugloch und hinten einen Lehmverschlnss haben. Einmal im Jahre wird der Honig entnommen, wobei die Waben, und nicht selten auch die Völker, zum Teil zerstört werden; im übrigen bleibt ihr Durchkommen oder ihr Zugrundegehen der Fürsorge Allahs überlassen. Ein solcher Stock liefert 3 — 5 kg Honig und 1 kg Wachs. Was diesem minimalen Ertrage gegenüber wirkliche Bienen Wirtschaft 6

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