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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 591

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Wirtschaft. Von Dr. Kurt Grunwald, Tel-Awiw.
Date
1927-01-01
Page
Seite 591 (sequence 4)
Language
German
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591 . später irr Kraft «trat Die:Importeure protestierten, ohne Erfolg. Diesmal •waren sie geschädigt, das heißt, sie mußten einen weit höheren: ZqII zahlen, als sie gerechnet hatten. Man erzähltvon seiner Jaffaer deutschen Firma, daß sie für Zement, allein 80 ägypt. Pfund -mehr zahlen mußte, als sie kalkuliert 'hatte. Seinerzeit wurden nämlich bei .Ankündigung einer Zollerhöhung von hiesigen .Firmen Waren auf Vorrat gekauft und so ein (großer Gewinn erzielt. Der neue Zolltarif war erwartet worden. Die Regierung hatte den Kammern .immer, wenn sie intervenierten, -mitgeteilt, daß ihre Wünsche beim neuen Tarif «berücksichtigt, werden, würden. Das ging so zirka achtMonate, bis er unerwartet veröffentlicht wurde. . Der neue- Tarif ist ein bedeutendes Ereignis in der palästinensischen Wirtschaft. Man ging von generellen auf differenzierte Zölle über und noch mehr, man schuf Schutzzölle. Mag der Tarif in Einzelheiten auch laienhaft ausgearbeitet sein, so ist er doch nicht ungünstig und als ein Fortschritt zu werten. Klagen über die Heraufsetzung vieler Zölle für im Lande nicht produzierbare Artikel und Lebensmittel sind unberechtigt. Denn wenn man an die Regierung immer finanzielle Forderungen stellt,; muß man ihr auch die Möglichkeit von Einnahmen geben und die städtische Bevölkerung kennt keine anderen Steuern als-die. indirekten der. Zölle. Ferner mögen die Zölle (zum Beispiel für Eier) einen Anreiz zur Erhöhung der inländischen Produktion bilden oder dazu führen, daß man statt ausländischer Konserven! mehr heimische Gemüse verbraucht. Ueber die einzelnen, Positionen des Tarif es kann hier noch nicht viel gesprochen werden, da als Vergleichsbasis erst der alte Tarif umgerechnet werden muß. Jedenfalls steht fest, daß für . einzelne Artikel, wie Zement, Sohlenleder und andere, ein ausgesprochener Schutzzoll geschaffen wurde. Manche Rohmaterialien, wie Roheisen, Seifenfette und andere haben allerdings eine Erhöhung erfahren. In diesen Einzelheiten wird wohl mit der Zeit manches zu ändern sein, -zumal nunmehr von den Wirtschaftskorporationen/ eine ständige Tarifkommiission gefordert wird. " (Siehe auch Rubrik Außenhandel. Die Red.) Handelsvertrag mit Aegypten. Wie „Palestine Bulletin" meidet, schweben zwischen Palästina und Aegypten Verhandlungen über einen Handelsvertrag, die fast abgeschlossen sind, so daß der Vertrag in Bälde unterzeichnet werden würde. Ueber den Inhalt des Vertrages ist nichts bekannt. ~ D i e Situation-dri der I ndu s t r i e. Wie wiederholt an dieser Stelle betont wurde, hat die Industrie in der letzten Zeit große Fortschritte gemacht. Der Absatz ist ein gesteigerter, die Produktion vervollkommnet, ein ständiger Export nach Syrien hat eingesetzt, es herrscht kein Mangel an Aufträgen. Im Gegenteil, es besteht die Gefahr, zu viele Aufträge zu erhalten, was — so paradox es klingen mag — zu einer Schließung von Fabriken führen kann. Durch Kreditmangel sind die Unternehmen oft nicht in der Lage, alle Aufträge auszuführen und eine unregelmäßige Belieferung ruiniert viele Verbindungen. Die Kreditfrage ist daher das Hauptproblem der Industriellen. Als von ihrer Seite die Exekutive aufgefordert wurde, die vom Keren Hajessod für die Industriebank eingezahlten 10.000 ägypt. Pfund ihrem Zwecke zuzuführen, wurde mitgeteilt, daß das für diesen Zweck bestimmte Geld von der alten lExekeutive ander weitig aufgebraucht, das iheißt, der Anglo-Palestine. Co.^ verpfändet werden «mußte. Daher hat der Industrieverband mit der Bank „Ashrai" (Mutual Credit) ein Abkommen getroffen, wonach man sich bemühen wolle, eine größere Summe Geldes von Privatleuten aufzubringen, die sie auf zwei Jahre in die Bank einlegen, welcher Fonds speziell für Meine. Industriekredite dienen solle. Von der nach Amerika entsandten Delegation, die dort das Kapital für eine .Industriebank aufbringen . soll, wurde 'bereits an anderer Stelle berichtet.

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