Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 590

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Wirtschaft. Von Dr. Kurt Grunwald, Tel-Awiw.
Date
1927-01-01
Page
Seite 590 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379858-2379866-2414720--06044-2414947
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

590 -Letzterer war 1925 durch .=die -Krise in Aegypten. (Sturz der- Baumwoll-; preise) stark zurückgegangen und' durch.die neue Konjunktur (Steigen der - Baumwollpreise) ist der ägyptische. Markt wieder aufnahmsfähiger geworden. Die. Ofangenausführ wird durch, die stete Vergrößerung der Anbaufläche ebenfalls ständig steigen. Daß auch die junge Industrie ein stets wachsender Exportf aktor sein wird, zeigen die wenn auch heute noch /geringen, aber symptomatischen Zahlen, des Textil- und Zementexportes, ' Textilien wurden für ägypt. Pfund 6265 gegen 3039 in der gleichen Zeit 1926 ausgeführt, während Zement in der Berichtsperiode für ägypt Pfund '10.921 gegen- 5130 im ganzen Jahre 1926 ins Ausland ging. D e r s y r i s c'h^e Hande l svertr a g. Ueber den geplanten neuen Handelsvertrag mit Syrien, über den im vorigen Heft ein ausführlicher Artikel von Ernst Davis abgedruckt war, soll hier nochmals ausführlich die Rede sein, da die Angelegenheit für uns ein tieferes Interesse hat. Vorausgeschickt soll werden, daß die Ratifizierung um -ein Jahr hinausgeschoben wurde. Und nun möge die Genesis der Affäre folgen. Am 19. Juli 1926 tagte in Haifa eine auf Veranlaseuing des Leiters des Departments of Customs, Exoise and Trade, Mr. Stead, einberufene Konferenz der palästinensischen Industriellen, der von der Regierung mitgeteilt wurde, sie plane eine Aenderung des Zollvereines mit Syrien in der Art, daß nur Rohstoffe beider Länder und aus solchen hergestellte Waren Zollfreiheit genießen sollen, während Waren aus Rohstoffen anderer Staaten nur dann zollfrei sein sollen, wenn-ih ihrem Preis mindestens 50 Prozent Arbeit und Material aus den Vertragsstaaten enthalten sind. Die Konferenz sprach sich gegen diesen Plan aus und Mr. Stead versprach; die Regierung werde die Einwände der Konferenz berücksichtigen und ohne deren Einverständnis keine Schritte in dieser Richtung unternehmen. Damit schien die Sache eingeschlafen zu sein. Nun nahm an einer Sitzung des Industriellenverbandes am 29. Mai d. J. Mr. Stead teil, wo er von den Schokoladefabrikanten angegriffen wurde, daß er sie nicht gegen die ausländische Konkurrenz schütze. Darauf erwiderte er, daß in kürzester Zeit der Vertrag 'mit Syrien in" der Weise geändert werde, daß 25 Prozent heimische Materialien und Arbeit zur Zollfreihe.it erforderlich seien und so ein Schutz gegen die syrische Kanditenindustrie geschaffen wäre. Als .man diese Nachricht hörte, ging man der Sache nach und erfuhr von der schwebenden Gefahr. Der Verband drahtete an die Regierung nach London und an Lord Plumer, die Angelegenheit wurde bekannt, der Sturm begann. Die angerufenen Stellen zeigten sich ungenügend informiert und fragten, welche Industrien geschädigt würden. Stead erklärte: nur einige unbedeutende. Ein Memorandum des Industrieverbandes und die Schritte der Zionistischen Exekutive führten dazu, daß nunmehr von London ein genaues Studium des Falles angeordnet und die Ratifizierung auf ein Jahr verschoben wurde. Was uns besonders an dieser Sache interessiert, ist das. Verhalten des Herrn Stead. Ist es an und für sich ungesund, daß die Ressorts für Finanzen und Handel in einer Hand vereinigt sind, so besonders hier, wo .Stead sich offen als Gegner der Industrie erklärt hat. Er billige-eine Industrie zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, er könne eine nationale oder religiöse Artikel erzeugende Industrie („Neschomeh"-Industrie) verstehen, sei aber prinzipiell gegen jene Industrien, die im Ausland seit langem bestünden und nicht einzuholen wären. Und was weiters als ungesund bezeichnet werden muß, ist, wie wir auch im folgenden Kapitel sehen werden, das Vorgehen . der Regierung in lebenswichtigen Angelegenheiten, ohne eine Rücksprache mit den Wirtschaftskorporationen - zu pflegen. . . Der neue Z o 111 a r i f. Am 4. November erschien ein außerordentliches Gesetzblatt mit einem neuen Zolltarif, der bereits zwei Tage

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.