Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Die Frage der Vereinigung der Arbeiterparteien ("Ichud")
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 584 (sequence 4)
- Language
- German
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.584 massen sei und danach streben müsse, die ganze jüdische Beyöl-: kerung um sich zu konzentrieren und. sie mijt dem eigenen Geist zu durchdringen, so ist die Zweckmäßigkeit einer besöndereii Kulturarbeit keineswegs einleuchtend. -Hier, in dieser Fragestellung und nicht in einzelnen praktischen Details, liegt der eigentliche Gegensatz der Anschauungen. Und er ist auch bis zum heutigen Tage ziemlich tief geblieben, mag auch die tatsächliche Richtung der Kulturarbeit der Histadruth, die von der Achduth-Haawodä diktiert wird, dem Prinzip -einer Klassenerziehung nicht Immer treu bleiben. Doch ist auch, wie früher bemerkt, die Zusammensetzung der Mitgliedschaft der Achduth-Haawoda nicht von dem inneren Umbildungsprozeß, den sie durchgemacht hat, unberührt geblieben. Der Mitgliederkreis des Hapoe] Hazair ist, was seine Ideologie und zum großen Teil auch was seine Berufsarbeit im Lande betrifft, bis zum heutigen Tage sehr homogen geblieben. Es sind dies noch -immer zum weitaus überwiegenden Teil Leute mit einer radikalen zionistischen Pioniereinstellung, die entweder an der Landwirtschaft tätig sind (daher der große Prozentsatz der Mitglieder des Hapoel Hazair unter den Koloniearbeitern) oder aber zu ihr streben. Ganz anders sieht die Lage in der Achduth-Haawoda aus. Rund um den alten Kern der Partei, der zum überwiegenden Teil aus Landarbeitern besteht und sich von den Mitgliedern des Hapoel Hazair fast gar nicht unterscheidet, hat sich eine Masse von sehr heterogenen Elementen gesammelt, die eben durch die ziemlich unklare Ideologie der Partei angezogen worden sind. Wir finden da eine große Menge von städtischen Industrie- und Bauarbeitern, die unter der heutigen jüdischen Arbeiterschaft im Lande einen besonderen Typus bilden, wir finden auch die allermeisten Mitglieder der Kibutzfm, der großen Genossenschaften, für die das Ideal eines kommunistischen Lebens ausschlaggebend ist, demgegenüber sowohl das Berufsmoment (es sind unter den Mitgliedern der Kibutzim sowohl landwirtschaftliche als auch städtische Arbeiter vertreten) als auch in. manchen Fällen das zionistische Streben an Bedeutung zurücktritt. AH diese. Elemente stehen heute unter der Einwirkung der zionistischen Grundeinstellung der Partei, die vonrden alten Führern diktiert wird; sie wachsen ihnen aber sehr oft über den Kopf und zwingen die Partei zu einem mehr oder minder unentschlossenen, opportunistischen Handeln, was besonders in unruhigen, -schweren Zeiten, wie wir M-e z. B. jetzt im Lande durchleben, ziemlich oft zutage tritt. Hier heißt es aber etwas tiefer in das Wesen der Sache eindringen und sich die Frage zu stellen : Wie kommt es, daß sich "in Palästina überhaupt diese dem Wesen nach grundverschiedenen Typen von Arbeitern herausgebildet haben? Die Beantwortung dieser. Frage wird uns auch dem eigentlichen Problem des. Ichud näherbringen. Die Pionierstellung der ersten jüdischen Arbeiter im Lande war von ihrem radikalen zionistischen Bewußtsein diktiert. Auch die nachfolgenden Elemente waren zum überwiegenden Teil