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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 583

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Die Frage der Vereinigung der Arbeiterparteien ("Ichud")
Date
1927-01-01
Page
Seite 583 (sequence 3)
Language
German
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583 heutigen Tage erhalten geblieben. Die Aohduth-Haawoda isteine sozialistische Partei und bekundet dies nicht bloß durch' die formale Tatsache det Zugehörigkeit 'm der soziaMsüsähen- Internationale, soMern 'auch iii "toanohen anderen Zügen ihres Denkens und Strebens. (Dä'S/Ktesefimöinent wird dochimmer wieder betont, mag es auch mit der tatsächlichen Politik der Partei in keinem richtigen Einklang stehen, und es wird auch ziemlich oft der Versus gemacht, die Ideologie und die'Taktik der Partei äs1 der typischen marxistischeh Gedänfcenibasis heraus ™ entwickeln, um auf diese Weise den sozialistischen - Prinzipien treu. zu bleiben. In 'beiden Hinsichten kläfft dann natürlich der Unterschied zwischen ihr und dem Hapoel Ha^air. > ■ -; - Zwei 'ziemlich krasse Beispiele seien angeführt, um die Sache ansctoäiü'licher zu machen. Erstens einmal die Frage des Itigun Meschutaf, der Einäieitsorganisation der jüdischen und der arabischen Arbeiter. Für die Achduth-Haäwoda schien-die Frage vom ersten Moment ein .ausgezeichnetes Mittel zu sein, um ihre ^iönisMschen und ^oziialistischen Strebungen zu ikombiriieren. Der Schwierigkeiten, die sich aus dem verschiedenen Lebens- und 'Lohnniveau der jüdischen und der arabischen Arbeiter ergaben und die sowohl einer Einhei'tsorganisation als 'auch demerfolgreichen Kampf des jüdischen Arbeiters' um die Eroberung der Arbeit im Wege stehen, suchte »sie dadurch Herr zu werden, daß sie entweder ein allmähliches Anschwellen der Lohnsätze der arabischen Arbeiter annahm oder aber von der Voraussetzung zweier vollständig voneinander getrennter Wirtschaftsgebiete Lande, einem arabischen und einem jüdischen, ausging, die eine wenn auch nur zeitweilige Erhaltung verschiedener Lohnsätze ermöglichen würde. Demgegenüber weist der Oapoel Hazair auf die Irrealität sowohl der einen wie auch der anderen Lösung hin und macht darüber hinaus auch besonders nachdrücklich auf die nationalen Gefahren einer voreiligen Verwirklichung der Konzeption einer EirLheitsorganisation aufmerksam.*) Noch deutlicher tritt der 'Gegensatz in der Frage der Kultur arbeit hervor. Daß die Arbeiterschaft ihre besondere Wirtschafts- und Sozialpolitik haben muß, ist selbstverständlich. Sie ist ja der Hauptfaktor im ökonomischen Aufbau des Landes und hat diesbezüglich ihre iganz besonderen Aufgäben. Ganz anders liegt aber die Frage bezüglich der Kiulturarbeit. Ist eine besondere Kulturarbeit "der Arbeiterschaft itn Lande no twendig? Geht man von der Voraussetzung aus, daß es' im Lahde eine festgeschlossene, wenn auch zionistisch gesinnte Arbeiterklasse zu schaffen gilt, so ist die Frage natürlich zu bejahen. Die besondere Kultiurarbeit ist m ein bedeutsames Mittel zur Erreichung dieses Zieles. Glaubt man aber, daß die Arbeiterschaft im Lahde nur ein Vorposten der Volks- '"■*) Vgl. bezüglich dieser Frage den Aufsatz von Arlosoroff und dae Rubrik Arbeiterbewegung" dm Heft 8-9 dieses Jahrganges. \

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