Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Palästinensische Düngungsfragen
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 580 (sequence 9)
- Language
- German
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5§0 j Der erste -Fall kommt für intensive Bewirtschaftung, nicht in ' Betracht, 'es sei denn, daß die Wartschaft einen sehr; ungünstig gelegenen oder für intensive Bearbeitung nicht geeigneten, Acker besitzt. Dort-könnte Gründüngung für das intensiv bearbeitete Land gebaut werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, daß Puffbohnen, Erbsen oder Buschbohnen untergearbeitet werden, nachdem die Schoten gepflückt sind. Die dritte Möglichkeit ist sehr unsicher, da die Winterpflanzen erst im Mai den Boden räumen und es dannschon sehr trockeh ist Iii) " den seltensten Fällen wird Mais noch zum Keimen zu "bringen sein. Ein Versuch müßte aber mit einem Vorschlag des ''leider verstorbenen Professors Auhagen gemacht werden, der riet, Seradella (eine Kleeart) in das Wantergetreide einzusäen. So bliebe also die zweite Anbauart, die durchaus möglich ist, nur bestehen dagegen einige ackerbauldche Bedenken, die sich aber beheben lassen müssen. Einmal würde die Gründüngung die ,für Sommerkulturen sehr wichtige Winterbearbeitung verhindern, die dazu 'dient, das Wasser im BQden festzuhalten. Derselbe Zweck könnte aber m. E. erreicht werden, wenn der Boden im vorhergehenden Sommer sehr tief gepflügt würde, was der Feuchtigkeit auch erlaubt, tief einzudringen. Dann ist bedenklich, daß der Boden kurz vor der Bestellung mit Soimmerfrüchten noch tief umge- ~ brochen wird, um die grüne Masse einzuarbeiten,, weil die heißen Wüstenwinde ihn zu tief austrocknen. Dem könnte eventuell der Gebrauch der Untergrundwalze entgegenarbeiten. .' Mitte März: ist der letzte Termin für den Umbruch der Gründüngung und wir werden natürlich die Pflanzen wählen, die bis dahin am. meisten Masse liefern; welche das sind, können nur Versuche lehren. Von stickstoffsammelnden möchte ich die Aufmerksamkeit auf den! Inkarnatklee lenken, der wegen seines schnellen Wachstums bekannt ist. Hoffen wir also, daß die Versuchsstationen diese Fragen sobald wie möglich, klären, da Gründüngung, wie gesagt, ein vorzügliches und billiges Bodenverbesserungsmittel darstellt, gar nicht zu sprechen von der Stickstoffersparnis, die man eventuell mit ihr erzielen kann. Fassen wir die Ergebnisse dieser Untersuchung noch einmal kurz zusammen. Um zu intensiver Wirtschaft zu kommen, ist es unbedingt notwendig,; rationell zu düngen, und zwar ist die Düngung mit organischer, Masse, um den Boden zu verbessern und das Bakterienleben anzuregen, ebenso wichtig, wie die Düngung mit chemischen Stoffen für die Ernährung der Pflanzen. Knappheit an chemischen Düngern ist nicht zu befürchten, da dieselben, außer Stickstoff, in genügender Menge im. Lande gefunden werden. In bezug auf organische Dünger muß die Stadt, mehr als bisher, dem