Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Palästinensische Düngungsfragen
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 576 (sequence 5)
- Language
- German
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576 düngung nicht. Etwas komplizierter liegen aber die Verhältnisse bei den Stickstoffdüngemittelin. Mit Ausnahme von Chili in Südamerika, wo es 'große natürliche Lager von salp eter saurem Natron gibt, wird nämlich Stickstoff »nicht im Boden gefunden. Darum wendet man in Buropa verschiedene Verfahren an, «um den freien Stickstoff der Luft in irgend einer Form zu binden »und so 'zur Düngung njutzbar zu machen. Hier seien nur diedrei wichtigsten gestreift. In Norwegen, wo es sehr viel Wasserkraft und dadurch billige Elektrizität gibt, wird durch starke elektrische Funken der Luftsalpeter niedergeschlagen «u n d an Kalk »gebunden. Das Produkt kommt unter dem iNamen Norge- oder Kalksälpetfer in den Handel. In Deutschland war während des Krieges ein Verfahren sehr gebräuchlich, das darin »bestand, Stickstoffgas an flüssiges iKalziumkaribiid w\x binden. Das gab den Kalkstickstoff, der sich aber aus verschiedenen Gründen keiner ^großen Beliebtheit erfreute. Die wichtigste und modernste Art der Stickstoffgewinnun.g ist aber heute die des Haber-ß-osch-Verfahrens, die den Badischen Anilin- und Sodafabriken eine Art Wbltmonopalstellung sichert. Ihr Verfahren besteht darin, den Liuftstick'S'toff mit Hilfe von Katalysatoren, sei es in Säurenform als Salpeter an Basen, oder in basischer Form als Ammoniak an Säuren zu binden! Die wichtigsten so erhaltenen Dünger sind: Natronsalpeter, Ammonsalpeter, schwefelsaures -und salzsaures Ammoniak, Ammansulfatsalpeter und KaJliammonsalpeter. Aus alledem ergibt sich, daß für Palästina nur eventuell ein Verfahren praktisch in Frage kommt, nämlich das norwegische, und, auch das nur, wenn wir irgendwo sehr billige Elektrizität finden. Vielleicht wäre dafür der Litani im Norden Palästinas geeignet, der aber ziemlich abseits liegt, oder irgend ein Fluß in Transjordanien. Für die nächste Zeit werden wir uns wohl auf jeden Fall damit abfinden müssen, die chemischen Stickstoffdünger einzuführen, aber das ist wenigstens ein produktiver Import, der in Palästina sehr viel neue Werte schafft. IV. Betrachten wir nun die organischen, Düngemittel, so nimmt eines unter ihnen eine einzigartige Stellung ein — nämlich der Stalldünger; das 'sind die tierischen Fäkalien, vermischt mit dem Stroh der Einstreu. Nicht nur, daß er dem Boden in hervorragender Weise die weiter oben erwähnten Vorteile des anorganische^ Düngers, wie Bodenveribesserung, Bakterienbelebiung usw. bringt, sondern er enthält auch die für das Pflanzenwachstum nötigen chemischen Nährstoffe in der für das pflanzliche Gedeihen günstigsten Zusammensetzung. Einen Boden,, der regelmäßig mit Stallmist gedüngt wird, kann man zu erstaunlichen Ernten bringen. Besteht doch darin das iganze gärtnerische Geheimnis, vier bis sieben Ernten jährlich von demselben Boden zu erzielen. Wegen dieser Vorteile ist der 'Stallmist das Favoritdüngemittel sämtlicher Bodenbebauer und an ihn (denken wohl die Kritiker der intensiven Bear-