Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Palästinensische Düngungsfragen
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 575 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379858-2379866-2414718--06025-2414932- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
575 Masse in -irgend einer Form, die dato im Boden zu Humus zersetzt' wird. III. Die Düngung, mit den, den Manzen zur .Ernährung nötigen Düngemitteln erfolgt Jetzt meistens mit chemischen oder, künstliehen Düngern, uund sei-hier, nur kurz gestreift, da diese Fragen heute schon sehr, gut erforscht sind innd eine ausgezeichnete Literatur darüber existiert. In der Hauptsache düngt-man mit drei Elementen, da die. anderen meistens in genügender Menge im Boden vorhanden sind. Es sind dies:. Stickstoff, Phosphorsäure -und Kali; der Stickstoff. ist davon der wichtigste. Bekanntlich gibt es ja in der Luft 80 Prozent -davon,- und aller, (gebundener Stickstoff hat das Bestreben, dank der Abbauaribeit der Bakterien,; dorthin zurückzukehren. Man kann darum von ihm nicht in Vorrat düngen, sondern verteilt meistens die zu düngendem Menge auf zwei bis. drei Portionen, da zum Beispiel bei einer Ueberdüngu-ng von schon größeren Pflanzen mit Stickstoff in .Salpeterform die Wirkung eine sofortige ist. Der Stickstoff fördert besonders das Blattwachstum. Phosphorsäure regt in hervorragender. Weise die Entwicklung von Blüten und Früchten an, während Kali die Zellwände. stärkt und dadurch die Pflanzen gedrungen macht. Trotz dieser verschiedenen Wirkungen wäre es ein Irrtum, zu -glauben, daß man jedes von den drei Düngemitteln, je nach Bedarf gesondert anwenden kann. Die Pflanzen .verlangen, alle Nährstoffe in einem .harmonischen Verhältnis im Boden anzutreffen iund richten sich in ihrer Entwicklung immer nach dem Nährstoff, der entweder fehlt oder in . ungenügender Menge vorhanden ist. (Auf die Ausnahmen von diesem „Gesetz des Minimums" hier einzugehen, würde zu weit führen.) Außer mit. den drei obenerwähnten düngt man ibisweilen noch mit anderen Elementen, wie Eisen, Magnesia, Natron oder Kalk. Dieser letztere ist zwar auch ein Pflanzennährstoff, jedoch düngt man mit ihm besonders wegen seiner bodenverbessernden •und biologischen Wirkunigen, die mannigfaltiger Art sein können. Er lockert schweren Boden, schließt Pflanzennährstoffe auf, reinigt den Boden von schädlichein Säuren und regt in hervorragender Weise das Bakterienleben an. Die Aussichten auf eine baldige Eigenversorgung mit chemischen Düngemitteln, die vorläufig noch importiert werden und unverhältnismäßig teuer sind, kann man als günstig bezeichnen. Das Tote Meer ist sehr reich an Kali (1 bis 1,5 Prozent), welches mit der bald beginnenden Ausbeutung der palästinensischen Landwirtschaft zugute kommen wird. Auch Kalkphosphatsteine werden in Palästina in genügender Memge gefunden -und können durch Aufschluß mit Schwefelsäure zu S'uperphosphate'n verarbeitet werden. Kalk findet sich bekanntlich in . genügenden Mengen in Palästina. Die meisten Böden in den Gebirgen oder an den Abhängen von Gebirgen sind von Natur aus sehr kalkhaltig und bedürfen einer Zu-