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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 577

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Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Palästinensische Düngungsfragen
Date
1927-01-01
Page
Seite 577 (sequence 6)
Language
German
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577 beitung des Bodens, wenn sie behaupten, es gäbe nicht genügend Düngemittel in Palästina. Wenn damit der Stalldung gemeint wird, so ist das in der Tat richtig. Schon heute ist es in der Umgebung von Tel-Awiw und Petach-Tikwah unmöglich, Stallmist aufzutreiben, da derselbe vQ&tändig von den Orangen-Pardessim absorbiert wird. Ein kleines Fuder/'kostet dort die ansehnliche Summe von 0.40 ägypt. Pfund. D:äz«u kommt, daß sich in den Städten mehr »und mehr die Tendenz Bahn bricht, das Zugvieh durch -Automobile zu ersetzen. Wir sehen also, daß auf der Grundlage des Ställdungs Palästio^niqht. intensiv' atrf&ebaiit werden /könnte. Im übrigen sind wir in Palästina nicht die einzigen, die unter diesen"-veränderten Verhältnis leiden haben; es besteht um beinahe alle großen europäischen'Städte herum dieselbe Not. Nehmen wir nur einmal als Beispiel Paris. Dort geht die früher blühende Chanipignonindustrie, die in alten, kilouieterlangen,, unterirdischen Steinbrüchen getrieben wird, langsam aus Mangel ah Stallmist ein und die Gemüsegärtner schränken jedes Jahr die Fläche für Treibgemüse .mehr ein, weil der Mist, der zur Erwärmung dient, zu teuer wird. Er erreicht nämlich dort schon 'dein ansehnlichen Preis vo-n 1 {Franc pro Tag und Pferd, und dabei ist der Gärtner noch verpflichtet, sich den Dünger-selbst abzufahren. ,; ' •■ ' ' V. Trotzdem wäre es aber ein Irrtum, zu glauben, daß Stallmist unersetzlich ist .Die Erfahrungen in Südfrankreich, wo man den Boden durch anderen organischen Dünger in intensiver Fruchtbarkeit erhält, beweisen das schlagend. Nur, wohlgemerkt, die meisten anderen organischen Dünger enthalten gar keine oder nur sehr wenige chemische Nährstoffe. Um die Wirkung des Stallmistes zu ersetzen, muß man also nebenbei die vollen Gaben -der ehemischen Dünger hinzufügen, sonst leiden die Pflanzen 'Not. Beitrachten wir nun kurz, welche Ersatzstoffe zur Düngung in Frage kommen. Zuerst wäre es einmal eine volkswirtschaftliche Pflicht der Städte, dem Lande mehr als bisher die für sie unbrauchbaren Stoffe zurückzugeben, damit diese zur Düngung des Bodens dienen können. Die wichtigsten davon sind die menschlichen Fäkalien, die dem Stallmist in bezuig auf Gehalt an chemischen Nährstoffen stark überlegen sind, dagegen aber nicht die gleiche bodenverbessernde Wirkung haben. Bekannt ist wohl, daß diese in China die Grundlage der Düngung bilden. Sie können nun auf zweierlei Art zur Düngung verwendet werden. Einerseits, indem sie nach dem Muster der Rieselgüter durch Schwemmkanalisation in großen Röhren gesammelt und dann nach außen 'gepreßt werden, wo sie zur Berieselung weiter Streckein dienen können. Ein anderes Verfahren empfiehlt Dr. Soskin in seinem Buche „Kleinsiedlung und Bewässerung". Es hat das Stuttgarter Tonnensystem zum Muster . und besteht darin, jeder Familie für ihre Bedürfnisse ein gutschließendes Gefäß zur Verfügung zu stellen, das dann von. Zeit

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